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	<title>Fridays for Future Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-10T12:51:46Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Ma%C3%9Fnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende&amp;diff=7562</id>
		<title>Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende</title>
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		<updated>2020-06-07T15:22:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Unter „Maßnahmen gegen die Energiewende“ sind Gesetze und Handlungen der Regierung in Deutschland zu verstehen, die in den letzten Jahren direkt oder indirekt die Energiewende ausbremsen bzw. ausgebremst haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Direkte Maßnahmen ==&lt;br /&gt;
===Ausbremsen des „Ökostroms“===&lt;br /&gt;
2010 hat die damalige Koalition (CDU/CSU und FDP) beschlossen, dass „Ökostrom“ (also z.B. Strom aus Windenergie) nur noch an der sog. „Leipziger Strombörse“ gehandelt werden darf. Dadurch kam es zu einem Preisverfall, der aber nicht an die Verbraucher*innen weitergegeben wurde, sondern hauptsächlich Unternehmen half, die sehr viel Strom verbrauch(t)en. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn sog. „stromintensive Industrien“ mussten nur den Preis an der Strombörse bezahlen, die Verbraucher*innen jedoch den Preis und zusätzlich die sog. EEG-Umlage. Die EEG-Umlage war umso höher, je niedriger der Strompreis war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wurden zwischen 2012 und 2014 immer mehr Unternehmen privilegiert, d.h. von EEG-Umlage befreit, in 2012 waren es noch 734, in 2014 schon 2098 Unternehmen.&amp;lt;ref&amp;gt; Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014) [https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Somit hat die Gesetzgebung unter Schwarz-Gelb für folgendes gesorgt:&lt;br /&gt;
# immer mehr Unternehmen wurden von der EEG-Umlage befreit, d.h. stromintensive Unternehmen wurden gefördert. Es gab also für diese Unternehmen keine bis wenig Anreize, stromeffizienter und damit klimafreundlicher zu produzieren.&lt;br /&gt;
# Zugleich hat der Anstieg der EEG-Umlage in der Öffentlichkeit dafür gesorgt, die Akzeptanz für die Energiewende in der Bevölkerung zu reduzieren, da der Eindruck entstand, dass die Stromkosten wegen der Energiewende gestiegen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbremsen der Solarenergie ===&lt;br /&gt;
In 2012 wurde von &amp;quot;Schwarz-Gelb&amp;quot; u.a. beschlossen, dass die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland nur bis zu einer gemeinsamen Leistung von max. 52 Gigawatt gefördert werden.&amp;lt;ref name=FR2020&amp;gt; [https://www.fr.de/wirtschaft/solardeckel-schnappt-13459157.html  Der Solardeckel schnappt zu -  Frankfurter Rundschau vom 22.01.20] abgerufen am 6. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ziel dieser Deckelung (auch &amp;quot;Solardeckel&amp;quot; genannt) war es, die Kosten des Solarenergie-Zubaus zu begrenzen. Da die Kosten für Photovoltaik-Anlagen stark gesunken waren, machte nach Ansicht vieler Experten ein Festhalten an dem Solardeckel keinen Sinn&amp;lt;ref name=Haufe&amp;gt;[https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/eeg-gesetzentwurf-zur-streichung-von-solar-deckel-liegt-vor_84342_504774.html  Kleine EEG-Novelle: GroKo schafft &amp;quot;Solardeckel&amp;quot; jetzt doch ab -  Haufe vom 19.05.2020] abgerufen am 7. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diverse Gesetze aus den Vorjahren, vor allem das sog. &amp;quot;EEG 2009&amp;quot; (das am 1.Jan. 2009 eintrat), hatten zu einer erheblichen Unsicherheit am Solarmarkt geführt&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dies hat nicht nur zu dem Verlust von 80.000 Arbeitsplätzen in der Solarbranche allein in Jahren 2011-2015 geführt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern auch zu einer geringeren Investitionsfreudigkeit in den Solarmarkt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ee-news.ch/de/solar/article/43852/kurzstudie-solardeckel-verursacht-markteinbruch-um-80-prozent-bei-grosseren-photovoltaik-aufdachanlagen - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - EE.News, Das Fachmagazin für Erneuerbare Energien vom 05. Jun 2020] abgerufen am 7. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Obwohl Experten davor warnten, dass die Grenze des Solardeckels Anfang 2020&amp;lt;ref name=FR2020/&amp;gt; bzw. spätestens Mitte 2020&amp;lt;ref name=Haufe /&amp;gt; erreicht sein würde, verzögerte sich die Abschaffung der Deckelung über Monate und wurde erst im Mai 2020 beschlossen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarserver.de/2020/05/18/koalition-einigt-sich-solardeckel-ist-geschichte/ - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Solarerver, vom 18. Mai 2020] abgerufen am 7. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Unternehmen, Unternehmer und Privatanleger zumeist Entscheidungen für Investitionen nicht kurzfristig fällen, sondern oft Monate oder Jahre vorher planen, war die Abschaffung des Solardeckels zwar grundsätzlich positiv, kam aber sowohl für die Jahre vor der Abschaffung also auch für die Jahre danach deutlich zu spät (so die Meinung u.a. von Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy sowie von Frau Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie&amp;lt;ref&amp;gt;[https://energie.blog/solardeckel-gestrichen-branche-reagiert-erleichtert-bis-kritisch/ - Energieblog vom 19.05.2020] abgerufen am 7. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbremsen der Windkraftenergie ===&lt;br /&gt;
* Die CSU / Horst Seehofer hat in Bayern in 2014 eine Regelung eingeführt, wonach der Abstand eines Windrads zur nächsten Siedlung in der Regel das Zehnfache der Bauhöhe betragen muss (d.h. bei einer Rotorhöhe von 200 m musste der Abstand mindestens 2 km betragen).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat die CSU in 2015 gefordert, dass Stromtrassen, die Bayern mit Ökostrom von der Küste versorgen soll, nicht bzw. kaum durch Bayern führen soll. Stattdessen sollte die Trasse durch Hessen und Baden-Württemberg gebaut werden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.deutschlandfunk.de/stromtrassen-streit-bayern-sabotiert-die-energiewende.694.de.html?dram:article_id=320177  Stromtrassen-Streit „Bayern sabotiert die Energiewende“ - Deutschlandfunk am 19.05.2015] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Die CDU / Peter Altmaier plante in 2019 eine sog. &amp;quot;Mindestabstandsregelung&amp;quot; für Windräder, womit der Bau von Windrädern massiv eingeschränkt wird – so sollte im Umkreis von 1000 m kein Windrad entstehen, wenn in der Nähe eine Siedlung steht. Als Siedlung zählten hier aber auch schon eine Ansammlung von 5 Häusern oder Häusern, die noch gebaut werden könnten.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.tagesspiegel.de/politik/1000-meter-zu-wohnsiedlungen-strikte-abstands-regel-fuer-windraeder-geplant/25217838.html  1000 Meter zu Wohnsiedlungen - Strikte Abstands-Regel für Windräder geplant - Tagesspiegel vom 12.11.2019] abgerufen am 18. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Regelung mit den 5 Häuser wurde im März 2020 wieder herausgenommen, aber dafür wurden andere Regelungen mit aufgenommen, die den Ausbau der Windenergie erschweren.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/abstandsregelung-fuer-windraeder-union-macht-der-windkraft-eine-kampfansage/25492142.htm  Abstandsregelung für Windräder Union macht der Windkraft eine Kampfansage - Tagesspiegel vom 30.01.2020] abgerufen am 18. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;   Gemäß der Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energien, Simone Peter, würden solche Diskussionen und Hürden tausende Arbeitsplätze gefährden.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://taz.de/Nach-Scheitern-der-Verhandlungen/!5671616/  Nach Scheitern der Verhandlungen: Die GroKo blockiert Ökostrom - TAZ vom 13.3.2020] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass diese Einschätzung von Frau Peter womöglich nicht übertrieben ist, zeigte sich in den Vorjahren: In 2017 wurden in der Windkraftbranche über 26.000 Stellen abgebaut. &amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/wirtschaft/article198299117/Windindustrie-In-einem-Jahr-26-000-Arbeitsplaetze-abgebaut.html    Windindustrie verliert in einem Jahr Zehntausende Arbeitsplätze -  Welt Online vom 11.08.2019] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere 8.000 – 10.000 wurden in 2018 abgebaut (laut IG Metall).&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt vom 04.09.2019] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Indirekte Maßnahmen ==&lt;br /&gt;
Deutschland / Kanzlerin Merkel hat 2013 eine EU-Abstimmung zu strengeren EU-CO2-Abgaswerten ausgebremst. Dies war v.a. für die sprit-intensiven deutschen Autos von Daimler und BMW eine gute Nachricht. Fast zeitgleich erhielt die CDU eine Parteispende i.H.v. 690.000€ von der Familie Quandt / Klatten, die die Hauptaktionäre von BMW sind.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.sueddeutsche.de/politik/parteispenden-cdu-bekommt-690-000-euro-von-bmw-grossaktionaeren-1.1795284  CDU bekommt 690.000 Euro von BMW-Großaktionären -  Süddeutsche Zeitung vom 15.10.2013] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Anstatt hier also mit strengeren Abgaswerten Anreize für die Autobauer zu setzen, um klimafreundlichere Autos zu entwickeln, hat die Politik entschieden, nicht einzugreifen und somit klimaschädliche Industrien nicht zu sanktionieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Volksentscheide_als_Mittel_f%C3%BCr_neue_Gesetze&amp;diff=7560</id>
		<title>Volksentscheide als Mittel für neue Gesetze</title>
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		<updated>2020-06-07T11:04:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt; &amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;Volksentscheide sind ein Mittel, um neue Gesetze zu…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;Volksentscheide sind ein Mittel, um neue Gesetze zu beschließen.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Auf Grund der Ablehnung allen voran durch die CDU dürfen Volksentscheide nicht auf Bundesebene durchgeführt werden, aber immerhin auf Landesebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/politik/cdu-cdu-parteitag-soll-volksentscheide-auf-bundesebene-ablehnen-1.3257223 -  Süddeutsche Zeitung vom 19. November 2016] abgerufen am 07. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Der Prozess zum Volksentscheid ist je nach Bundesland unterschiedlich bzw. es gibt unterschiedliche Regelungen dazu, wann ein Volksentscheid zulässig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Regelung zu Volksentscheiden in Bayern ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Allgemeiner Prozess===&lt;br /&gt;
Einem Volksentscheid in Bayern sind noch zwei &amp;quot;Stufen&amp;quot; vorgelagert:&lt;br /&gt;
# Ein Zulassungsantrag für ein Volksbegehren mit mind 25.000 Unterschriften&lt;br /&gt;
# Ein Volksbegehren, bei dem mind. 10% aller Wahlberechtigten innerhalb von 14 Tagen zustimmen müssen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkreter: bevor es zu einem Volksentscheid kommen kann, sind zunächst 25.000 Unterschriften zu sammeln, welche beim Innenministerium abgegeben werden müssen. Daraufhin prüft das bayerische Innenministerium, ob das Volksbegehren rechtlich zulässig ist. Falls das Ministerium der Meinung ist, dass das Volksbegehren nicht zulässig ist, wird der Bayerische Verfassungsgerichtshof angerufen, welcher dann innerhalb von 3 Monaten eine Entscheidung treffen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird dem Antrag stattgegeben, wird im nächsten Schritt ein Volksbegehren initiiert. Hierbei sind innerhalb von 14 Tagen ausreichend Stimmen zu sammeln. Stand Juni 2020 wären für ein erfolgreich durchgeführtes Volksbegehren ca. 950.000 Stimmen von Wahlberechtigten notwendig.&lt;br /&gt;
Wird diese Anzahl erreicht, entscheidet der Landtag über den Gesetzesantrag. Lehnt der Landtag den Antrag ab, kommt es zum Volksentscheid.&amp;lt;ref name=MD&amp;gt;[https://bayern.mehr-demokratie.de/volksbegehren/ -  Mehr Demokratie e.V.] abgerufen am 07. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ausgeschlossene Themen===&lt;br /&gt;
Nach einem Urteil des bayerischen Verfassungsgerichtshofs vom 31.3.2000 darf sich ein Volksentscheid nicht das Thema &amp;quot;Staatshaushalt&amp;quot; haben, was bedeutet, dass es nicht um Einnahmen und Ausgaben gehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MD&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Weiteres Thema: Landtag abberufen===&lt;br /&gt;
Ein Volksentscheid kann sich auch mit dem Abberufen des Bayerischen Landtags beschäftigen. Hierzu sind 1 Mio. Stimmen (von Stimmberechtigten notwendig).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayVerf-18 -  Bayerische Staatskanzlei] abgerufen am 07. Juni 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Alltagstipps_f%C3%BCr_mehr_Klimaschutz&amp;diff=6749</id>
		<title>Alltagstipps für mehr Klimaschutz</title>
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		<updated>2020-04-23T09:42:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Klimaschutz bedeutet vor allem ‘Ressourcen zu schonen’. In vielen Fällen muss man dafür nicht einmal auf etwas verzichten und spart sogar noch Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Alltags-Tipps =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Haushalt==&lt;br /&gt;
=====Benutze Recycling-Toilettenpapier=====&lt;br /&gt;
Grund: Gewöhnliches Toilettenpapier wird aus Holz hergestellt, was bedeutet, dass Wälder abgeholzt werden (wie der Amazonas), die eine große Rolle spielen bei der Umwandlung von CO2 in Sauerstoff.&lt;br /&gt;
Zudem wird bei der Produktion von gewöhnlichen Toilettenpapier sehr viel Energie und Frischwasser verbraucht.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://regensburg.bund-naturschutz.de/oeko-tipps/klimaschutz-u-toilettenpapier.html  Klimaschutz und Toilettenpapier -  BUND Naturschutz in Bayern e.V.] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Verbanne gewöhnliche Küchenrolle aus deinem Haushalt=====&lt;br /&gt;
Das, was für Toilettenpapier gilt, gilt auch für Küchenrolle. Verbanne also herkömmliche Küchenrolle(n) aus deinem Haushalt. &lt;br /&gt;
Zwei Alternativen:&lt;br /&gt;
* Recycling-Küchenrolle&lt;br /&gt;
* Waschbare Bambustücher (diese kannst du bei bis zu 40° waschen und bis zu 100 mal verwenden)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/haushalt-wohnen/papiertaschentuecher-hygienepapiere#gewusst-wie  Papiertaschentücher, Hygienepapiere -  Umweltbundesamt] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Lampen wechseln=====&lt;br /&gt;
Überprüfe die Lampen in deinem Haushalt: viele nutzen immer noch (inzwischen nicht mehr erhältliche) Glühbirnen oder Halogenlampen. Ein Wechsel auf Energiesparlampen und LED-Leuchten lohnt sich zweifach, denn du schützt das Klima und sparst auch noch Geld: LED-Leuchten verbrauchen z.B. 70% weniger als Halogenleuchten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oeko.de/forschung-beratung/themen/konsum-und-unternehmen/energieeffiziente-beleuchtung-led-lampen-sparsam-und-flexibel Energieeffiziente Beleuchtung: LED-Lampen – sparsam und flexibel -  Öko-Institut e.V.] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Duschen statt Baden=====&lt;br /&gt;
Ein Vollbad verbraucht nicht nur deutlich mehr Wasser als Duschen, sondern auch deutlich mehr Strom (zum Aufheizen des Wassers). Je mehr du als duschst (anstatt zu baden), desto mehr sparst du Energie und auch Geld.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heizsparer.de/duschen-statt-baden Duschen statt Baden - Heizsparer.de/ Anondi GmbH vom 4. Dezember 2013] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Wechsel zu Öko-Stromanbieter=====&lt;br /&gt;
Je mehr Leute auf &amp;quot;Ökostrom&amp;quot; umsteigen, desto mehr wird in das Stromnetz eingespeist. So förderst du aktiv den Rückgang des Stroms aus fossilen Brennstoffen (wie Braunkohle), welche sehr klimaschädlich sind.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sparen.de/faq/wieso-st%C3%A4rkt-%C3%B6kostrom-den-klimaschutz Wieso stärkt Ökostrom den Klimaschutz? - Sparen.de] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Trenne Bio-Müll=====&lt;br /&gt;
Wirf biologische Abfälle wie Bananenschalen in die Bio-Tonne - denn daraus wird u.a. Ökostrom hergestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.awm-muenchen.de/abfallentsorgung/abfallarten/bioabfall/bioabfallkampagne.html Plastik raus aus der Biotonne! - Landeshauptstadt München / Abfallwirtschaftsbetrieb München] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Holz-Möbel aus nachhaltiger Produktion kaufen=====&lt;br /&gt;
Achte beim Kauf von Möbeln darauf, dass diese FSC-zertifiziert sind (d.h. aus nachhaltigem Anbau) und aus heimischer Produktion sind. Das hilft den Wäldern der Welt und nimmt so u.a. auch den Druck von Regenwaldgebieten wie dem Amazonas.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/bauen/detailansicht-bauen/artikel/klima-und-umweltschutz-mit-holz-der-kurzen-wege.html#topPosition Klima- und Umweltschutz mit Holz der kurzen Wege - Bayerische Staatszeitung 29. Sepetmber 2015] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Grillkohle aus heimischer Produktion verwenden=====&lt;br /&gt;
Jede zweiten Grillkohle enthält Tropenholz. Achte daher auf die Herkunft der Kohle.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-im-alltag/einkaufen-und-kochen/produktinfos/grillkohle/ Grillkohle: Ohne Tropenholz grillen - Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Recycling von Elektroartikel (Handys, Fernsehern...)=====&lt;br /&gt;
Elektrogeräte enthalten oft wertvolle Metalle wie Kupfer, Kobalt und Gold.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.abfallratgeber.bayern.de/haushalte/wertstoffsammlung/handy_laptop/index.htm Handy, Laptop &amp;amp; Co. - Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele der Ressourcen kommen u.a. aus dem Amazonasgebiet und dafür wird meist auch Regenwald abgeholzt. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.regenwald-schuetzen.org/kids/wissen-ueber-den-regenwald/du-und-der-regenwald/handys-und-der-regenwald/ Handys und der Regenwald, Bodenschätze im Smartphone - OroVerde - Die Tropenwaldstiftung] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wer also Elektrogeräte recycelt, hilft dabei die Abholzung von Wäldern zu reduzieren und senkt zugleich den CO2-Verbrauch, da weniger Ressourcen aus anderen Ländern transportiert werden müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bmu.de/ziek/klimaschutz-heisst-weniger-muell/ Klimaschutz heißt weniger Müll - Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Tausche alte Kühlgeräte gegen energieeffiziente Geräte aus=====&lt;br /&gt;
Etwa ein Drittel des Stromsverbrauchs in Privathaushalten geht auf Kühl- und Gefrierschränke zurück. Wer sich also ein modernes Gerät anschafft, spart nicht nur Energie, sondern schont auch seinen Geldbeutel (durch eine geringere Stromrechnung)&amp;lt;ref name=Co2&amp;gt;[https://www.co2online.de/klima-schuetzen/nachhaltiger-konsum/klimafreundliche-ernaehrung-5-tipps/ Tipps für eine klimafreundliche Ernährung - CO2online.de]abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kaufe Nachfüll-Packs=====&lt;br /&gt;
Wo immer es geht, kaufe Nachfüllpackungen (z.B. Flüssigseife). So schonst Du Ressourcen und sparst unnötigen Müll&amp;lt;ref name=NABU&amp;gt;[https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06740.html Klimaschutz beginnt im Haushalt - NABU – Naturschutzbund Deutschland] abgerufen am 16. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Wasche auf niedrigeren Temperaturen=====&lt;br /&gt;
Kleidung wird meist auch schon sauber bei Temperaturen zwischen 30°-40°. Falls möglich, vermeide hohe Temperaturen und Vorwäsche-Programme&amp;lt;ref name=Greenpeace1&amp;gt;[https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/klimaschutz/die-zehn-wichtigsten-tipps-was-sie-fuer-das-klima-tun-koennen - SPAREN SIE SICH DAS! - Greenpeace Deutschland] abgerufen am 16. April 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kleidung ==&lt;br /&gt;
Eine der klimaschädlichsten Industrien ist die Textilindustrie. Sie verursacht sogar mehr CO2 als internationale Flüge und die Schifffahrt zusammen&amp;lt;ref name=Quarks&amp;gt;[https://www.quarks.de/umwelt/kleidung-so-macht-sie-unsere-umwelt-kaputt/ - So macht unsere Kleidung die Umwelt kaputt - Quarks.de vom 6. Dezember 2019] abgerufen am 16. April 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;. Grund hierfür ist, dass Kleidung bis zu 20.000 km transportiert wird bis sie in den Geschäften ankommt. Zudem werden viele Textilien in Ländern wie Indien oder China produziert, die einen Großteil der Stromproduktion aus Kohle gewinnen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quarks&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kaufe weniger Kleidung ein, tausche oder verkaufe=====&lt;br /&gt;
Eine Studie von Greenpeace kam zu dem Ergebnis, dass wir etwa 20% aller Kleidungsstücke nie oder so gut wie nie tragen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quarks&amp;quot; /&amp;gt;. Kaufe daher lieber Kleidung weniger aus einem Impuls heraus, sondern nur dann, wenn dir etwas wirklich gefällt und du sicher bist, dass du es trägst. Oder tausche in Deinem Freundeskreis oder kaufe verstärkt Kleidung in Second-Hand-Geschäften, Ebay Kleinanzeigen oder Kleiderkreisel (dort kannst du ebenfalls deine Kleidung verkaufen)&amp;lt;ref name=Focus&amp;gt;[https://www.focus.de/perspektiven/nachhaltigkeit/nachhaltiger-leben/nachhaltigkeit-mode-wahnsinn-zerstoert-umwelt-wie-wir-das-aendern_id_10964545.html - Schlimmer als Kreuzfahrten: Mode-Wahnsinn zerstört Umwelt – wie wir das ändern - Focus.de vom 27.07.2019] abgerufen am 16. April 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kaufe weniger Kleidung aus Polyester oder Baumwolle ein=====&lt;br /&gt;
Kleidung aus Leinen oder Hanf ist nachhaltiger. Wenn es nicht anders geht: Baumwolle vor Polyester bevorzugen, denn Polyester verursacht mehr als doppelt so viel CO2 wie Baumwolle&amp;lt;ref name=&amp;quot;Focus&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Achte beim Kauf auf Siegel=====&lt;br /&gt;
Greenpeace empfiehlt verschiedene Siegel beim Kauf von Mode: 'IVN Best', 'GOTS' und 'Made in Green' sind die besten. Danch folgen 'Der Blaue Engel', 'Bluesign', 'Cradle to Cradle' sowie 'EU-Ecolabel'&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/e01211-greenpeace-chemie-einkaufsratgeber-textil-siegel-2018.pdf/ Textil-Siegel im Greenpeace-Check]abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tipps beim Einkaufen/ Kaufverhalten==&lt;br /&gt;
=====Kaufe regionale &amp;amp; saisonale Waren ein =====&lt;br /&gt;
Wer z.B. Obst &amp;amp; Gemüse auf Wochenmärkten kauft oder aber im Supermarkt Waren aus der Region, hilft dabei, überflüssige Transportwege (und damit auch Emissionen) zu reduzieren&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mein-klimaschutz.de/beim-einkauf/a/essen/was-sind-regionale-lebensmittel/ Was sind regionale Lebensmittel? Die besten Tipps - Mein-Klimaschutz.de]abgerufen am 15. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Achte also beim Einlaufen auf die Herkunft der Lebensmittel und versuche ggf. auf bestimmtes Obst &amp;amp; Gemüse zu verzichten (z.B. sind Erd- &amp;amp; Heidelbeeren im Winter in der Regel vor sehr weit her).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Verwende Obstnetze beim Einkaufen von Obst &amp;amp; Gemüse=====&lt;br /&gt;
Mit den Obstnetzen reduzierst du den Verbrauch von Plastik. Grund Plastik belastet letztlich unsere Ozeane bzw. Algen und Korallenriffe sehr, die für eine großen Teil der Sauerstoffproduktion der Erde verantwortlich sind.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://oekobeobachter.com/infos-klimawandel/das-meer-erzeugt-sauerstoff-und-regelt-das-klima/ Das Meer erzeugt Sauerstoff und regelt das Klima - Ökobeobachter] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem sind diese Obst- &amp;amp; Gemüsenetze meist stabiler als herkömmliche Einwegtüten und waschbar.&lt;br /&gt;
Zwei Alternativen:&lt;br /&gt;
* Waschbare Bio-Baumwoll-Obstnetze: diese sind sehr umweltfreundlich&lt;br /&gt;
* Waschbare Obstnetze: diese bestehen meist aus Polyester und sind damit weniger umweltfreundlich als die Netze aus Baumwolle (da beim Waschen der Polyester-Netze Mikroplastik in die Gewässer gelangt)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://utopia.de/ratgeber/obst-und-gemuesenetze-so-kaufst-du-umweltfreundlich-ein/ Obst- und Gemüsenetze: So kaufst du umweltfreundlich ein -  Utopia.de] abgerufen am 1. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, aber zumindest deutlich besser als die Einwegtüten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Kaufe Bio-Produkte=====&lt;br /&gt;
Lebensmittel aus Bio-Landwirtschaft verbrauchen nur etwa 33% fossile Brennstoffen im Vergleich zu Produkten aus konventioneller Landwirtschaft greift im Vergleich zu herkömmlicher Landwirtschaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;NABU&amp;quot; /&amp;gt;. Achtung: Bio ist nicht gleich Bio! Greenpeace empfiehlt vor allem auf Produkte mit dem sog. demeter- oder dem Bioland-Siegel zurückzugreifen: hier sind die Richtlinien deutlich strenger (z.B. erhalten Tiere deutlich mehr Platz und besseres Futter)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/bio-lebensmittel-die-bessere-wahl BIO-LEBENSMITTEL: DIE BESSERE WAHL -  Greenpeace Deutschland am 04.09.2012] abgerufen am 16. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bio-Produkte sind oft etwas teurer als Lebensmittel aus billigen Produktionen. Da aber ein Drittel aller Lebensmittel im Müll landen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mein-klimaschutz.de/beim-einkauf/a/essen/was-ist-lebensmittelverschwendung/ Was ist Lebensmittelverschwendung? Fakten und Tipps -  Mein-Klimaschutz.de]abgerufen am 15. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, lohnt es sich weniger, aber dafür bessere Lebensmittel zu kaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nutze dein Fahrrad oder gehe zu Fuß zum Einkaufen=====&lt;br /&gt;
Wer das Auto nutzt, um einkaufen zu gehen, macht den Vorteil z.B. durch den Einkauf von Bioprodukten wieder zunichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Co2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ernährung==&lt;br /&gt;
=====Reduziere deinen Fleischkonsum und kompensiere 'weniger Fleisch' durch 'mehr Soja'=====&lt;br /&gt;
Regenwälder wie der Amazonas werden abgeholzt, um Soja anzubauen. Das Soja dient als Futtermittel für Rinder&amp;lt;ref name=&amp;quot;NABU&amp;quot; /&amp;gt; - und durch die Viehzucht werden beträchtliche Mengen am Methangas verursacht, welches sogar noch klimaschädlicher ist als CO2&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/welche-treibhausgase-verursachen-die-erderw%C3%A4rmung CO2 &amp;amp; CO. -  Greenpeace Deutschland]abgerufen am 15. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Verzichte soweit es geht auf Tiefkühlkost und andere stark verarbeitete Lebensmittel=====&lt;br /&gt;
Je länger Lebensmittel gekühlt werden und stärker sie verarbeitet sind, desto mehr Energie wird hierfür verbraucht. Soweit möglich, koche lieber frische Speisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Co2&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verkehr==&lt;br /&gt;
=====Vermeide es (Kurzstrecken) zu fliegen.=====&lt;br /&gt;
Wo immer es geht, fahre mit der Bahn oder alternativ in einer Fahrgemeinschaft&amp;lt;ref name=&amp;quot;Greenpeace1&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Nutze öffentliche Verkehrsmittel=====&lt;br /&gt;
Wer mit Bus, Bahn oder dem Fahrrad zur Schule, zur Uni. oder zur Arbeit fährt, kann eine Menge CO2 einsparen. Greenpeace rechnet vor: bereits 20km pro Tag weniger mit dem Auto bedeutet eine Ersparnis von ca. 640 Kilogramm CO2 pro Jahr (bei einem Auto, dass 8l/100 km verbraucht). Zum Vergleich: ein Flug wie München-Hamburg verbraucht 340 Kilogramm CO2&amp;lt;ref name=&amp;quot;Greenpeace1&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Weiterführende Links / weitere Tipps =&lt;br /&gt;
* 10 Tipps von [https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/klimaschutz/die-zehn-wichtigsten-tipps-was-sie-fuer-das-klima-tun-koennen Greenpeace]&lt;br /&gt;
* 77 Tipps vom [https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06740.html#10 Naturschutzbund Deutschland (NABU)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Einzelnachweise =&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6748</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6748"/>
		<updated>2020-04-23T09:30:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antworten auf die Fragen und Einwände */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörigen Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''1) Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''I. Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''II. Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref name=Quarks2019&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. Bereits aktuell, aber auch in Zukunft wird es erhebliche Umweltschäden durch den menschengemachten Klimawandel (allen voran durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen) erheblich sein: das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat 2005 errechnet, dass die Klimaschäden (ohne verstärkten Klimaschutz) allein für Deutschland in 2050 bei 33 Milliarden $, in 2100 bei 160 Milliarden $ liegen werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''III. Stromkosten inkl. Umweltkosten'''=====&lt;br /&gt;
Die Umweltkosten (jeweils pro Kilowattstunde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bei Braunkohle liegen bei 21 Cent&lt;br /&gt;
* bei Steinkohle liegen bei 19 Cent&lt;br /&gt;
* bei Gaskraftwerken bei 8,6 Cent&lt;br /&gt;
* bei Windenergie liegen bei 0,28 Cent &lt;br /&gt;
* bei Solarenergie liegen bei 1,64 Cent&lt;br /&gt;
(für Atomenergie sind die Umweltkosten je nach Studie unterschiedlich und daher hier nicht aufgeführt)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quarks2019&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''IV. Zwischenfazit'''=====&lt;br /&gt;
* Die Kosten pro Kilowattstunde (ohne Umweltkosten) sind bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen. Werden die Umweltkosten berücksichtigt ergibt sich ein anderes Bild und erneuerbaren Energien sind deutlich günstiger (z.B. Braunkohle inkl. Umweltkosten: 25,59 Cent/ kWh im besten Fall; Strom aus Onshore Windkraft: 4,27 Cent/ kWh im besten Fall)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''2) Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Bereits jetzt (Stand 2019) sind die Durchschnittskosten bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen, allerdings nur, wenn Umweltschäden nicht berücksichtigt sind. Werden diese berücksichtigt, sind fossile Energien deutlich teurer. Dieses Bild ergibt sich auch für 2050: hier werden die Durchschnittskosten erneuerbarer Energien deutlich unter denen von fossilen Brennstoffen liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6747</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6747"/>
		<updated>2020-04-23T09:03:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''1) Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''I. Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''II. Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref name=Quarks2019&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. Bereits aktuell, aber auch in Zukunft wird es erhebliche Umweltschäden durch den menschengemachten Klimawandel (allen voran durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen) erheblich sein: das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat 2005 errechnet, dass die Klimaschäden (ohne verstärkten Klimaschutz) allein für Deutschland in 2050 bei 33 Milliarden $, in 2100 bei 160 Milliarden $ liegen werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''III. Stromkosten inkl. Umweltkosten'''=====&lt;br /&gt;
Die Umweltkosten (jeweils pro Kilowattstunde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bei Braunkohle liegen bei 21 Cent&lt;br /&gt;
* bei Steinkohle liegen bei 19 Cent&lt;br /&gt;
* bei Gaskraftwerken bei 8,6 Cent&lt;br /&gt;
* bei Windenergie liegen bei 0,28 Cent &lt;br /&gt;
* bei Solarenergie liegen bei 1,64 Cent&lt;br /&gt;
(für Atomenergie sind die Umweltkosten je nach Studie unterschiedlich und daher hier nicht aufgeführt)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quarks2019&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''IV. Zwischenfazit'''=====&lt;br /&gt;
* Die Kosten pro Kilowattstunde (ohne Umweltkosten) sind bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen. Werden die Umweltkosten berücksichtigt ergibt sich ein anderes Bild und erneuerbaren Energien sind deutlich günstiger (z.B. Braunkohle inkl. Umweltkosten: 25,59 Cent/ kWh im besten Fall; Strom aus Onshore Windkraft: 4,27 Cent/ kWh im besten Fall)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''2) Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Bereits jetzt (Stand 2019) sind die Durchschnittskosten bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen, allerdings nur, wenn Umweltschäden nicht berücksichtigt sind. Werden diese berücksichtigt, sind fossile Energien deutlich teurer. Dieses Bild ergibt sich auch für 2050: hier werden die Durchschnittskosten erneuerbarer Energien deutlich unter denen von fossilen Brennstoffen liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6746</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6746"/>
		<updated>2020-04-22T23:12:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''1) Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''I. Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''II. Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref name=Quarks2019&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. Bereits aktuell, aber auch in Zukunft wird es erhebliche Umweltschäden durch den menschengemachten Klimawandel (allen voran durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen) erheblich sein: das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat 2005 errechnet, dass die Klimaschäden (ohne verstärkten Klimaschutz) allein für Deutschland in 2050 bei 33 Milliarden $, in 2100 bei 160 Milliarden $ liegen werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''III. Stromkosten inkl. Umweltkosten'''=====&lt;br /&gt;
Die Umweltkosten (jeweils pro Kilowattstunde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bei Braunkohle liegen bei 21 Cent&lt;br /&gt;
* bei Steinkohle liegen bei 19 Cent&lt;br /&gt;
* bei Gaskraftwerken bei 8,6 Cent&lt;br /&gt;
* bei Windenergie liegen bei 0,28 Cent &lt;br /&gt;
* bei Solarenergie liegen bei 1,64 Cent&lt;br /&gt;
(für Atomenergie sind die Umweltkosten je nach Studie unterschiedlich und daher hier nicht aufgeführt)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quarks2019&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''IV. Zwischenfazit'''=====&lt;br /&gt;
* Die Kosten pro Kilowattstunde (ohne Umweltkosten) sind bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen. Werden die Umweltkosten berücksichtigt ergibt sich ein anderes Bild und erneuerbaren Energien sind deutlich günstiger (z.B. Braunkohle inkl. Umweltkosten: 25,59 Cent/ kWh im besten Fall; Strom aus Onshore Windkraft: 4,27 Cent/ kWh im besten Fall)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''2) Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Bereits jetzt (Stand 2019) sind die Durchschnittskosten bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen, allerdings nur, wenn Umweltschäden nicht berücksichtigt sind. Werden diese berücksichtigt, sind fossile Energien deutlich teurer. Dieses Bild ergibt sich auch für 2050: hier werden die Durchschnittskosten erneuerbarer Energien deutlich unter denen von fossilen Brennstoffen liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6745</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6745"/>
		<updated>2020-04-22T23:12:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 8: &amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''1) Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''I. Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''II. Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref name=Quarks2019&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. Bereits aktuell, aber auch in Zukunft wird es erhebliche Umweltschäden durch den menschengemachten Klimawandel (allen voran durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen) erheblich sein: das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat 2005 errechnet, dass die Klimaschäden (ohne verstärkten Klimaschutz) allein für Deutschland in 2050 bei 33 Milliarden $, in 2100 bei 160 Milliarden $ liegen werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''III. Stromkosten inkl. Umweltkosten'''=====&lt;br /&gt;
Die Umweltkosten (jeweils pro Kilowattstunde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bei Braunkohle liegen bei 21 Cent&lt;br /&gt;
* bei Steinkohle liegen bei 19 Cent&lt;br /&gt;
* bei Gaskraftwerken bei 8,6 Cent&lt;br /&gt;
* bei Windenergie liegen bei 0,28 Cent &lt;br /&gt;
* bei Solarenergie liegen bei 1,64 Cent&lt;br /&gt;
(für Atomenergie sind die Umweltkosten je nach Studie unterschiedlich und daher hier nicht aufgeführt)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quarks2019&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''IV. Zwischenfazit'''=====&lt;br /&gt;
* Die Kosten pro Kilowattstunde (ohne Umweltkosten) sind bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen. Werden die Umweltkosten berücksichtigt ergibt sich ein anderes Bild und erneuerbaren Energien sind deutlich günstiger (z.B. Braunkohle inkl. Umweltkosten: 25,59 Cent/ kWh im besten Fall; Strom aus Onshore Windkraft: 4,27 Cent/ kWh im besten Fall)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''2) Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Bereits jetzt (Stand 2019) sind die Durchschnittskosten bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen, allerdings nur, wenn Umweltschäden nicht berücksichtigt sind. Werden diese berücksichtigt, sind fossile Energien deutlich teurer. Dieses Bild ergibt sich auch für 2050: hier werden die Durchschnittskosten erneuerbarer Energien deutlich unter denen von fossilen Brennstoffen liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6744</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6744"/>
		<updated>2020-04-22T23:11:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antworten auf die Fragen und Einwände */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''1) Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''I. Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''II. Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref name=Quarks2019&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. Bereits aktuell, aber auch in Zukunft wird es erhebliche Umweltschäden durch den menschengemachten Klimawandel (allen voran durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen) erheblich sein: das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat 2005 errechnet, dass die Klimaschäden (ohne verstärkten Klimaschutz) allein für Deutschland in 2050 bei 33 Milliarden $, in 2100 bei 160 Milliarden $ liegen werden&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''III. Stromkosten inkl. Umweltkosten'''=====&lt;br /&gt;
Die Umweltkosten (jeweils pro Kilowattstunde)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* bei Braunkohle liegen bei 21 Cent&lt;br /&gt;
* bei Steinkohle liegen bei 19 Cent&lt;br /&gt;
* bei Gaskraftwerken bei 8,6 Cent&lt;br /&gt;
* bei Windenergie liegen bei 0,28 Cent &lt;br /&gt;
* bei Solarenergie liegen bei 1,64 Cent&lt;br /&gt;
(für Atomenergie sind die Umweltkosten je nach Studie unterschiedlich und daher hier nicht aufgeführt)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quarks2019&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''IV. Zwischenfazit'''=====&lt;br /&gt;
* Die Kosten pro Kilowattstunde (ohne Umweltkosten) sind bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen. Werden die Umweltkosten berücksichtigt ergibt sich ein anderes Bild und erneuerbaren Energien sind deutlich günstiger (z.B. Braunkohle inkl. Umweltkosten: 25,59 Cent/ kWh im besten Fall; Strom aus Onshore Windkraft: 4,27 Cent/ kWh im besten Fall)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''2) Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Bereits jetzt (Stand 2019) sind die Durchschnittskosten bei erneuerbaren Energien vergleichbar mit denen von fossilen Brennstoffen, allerdings nur, wenn Umweltschäden nicht berücksichtigt sind. Werden diese berücksichtigt, sind fossile Energien deutlich teurer. Dieses Bild ergibt sich auch für 2050: hier werden die Durchschnittskosten erneuerbarer Energien deutlich unter denen von fossilen Brennstoffen liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6743</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6743"/>
		<updated>2020-04-22T22:50:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 8: &amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''1) Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''I. Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''II. Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''2) Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6742</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6742"/>
		<updated>2020-04-22T22:48:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Wie sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien sowie für Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. &lt;br /&gt;
==== '''Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6741</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6741"/>
		<updated>2020-04-22T22:46:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien höher oder niedriger im Vergleich zu Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien höher oder niedriger im Vergleich zu Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019, jeweils ohne die Umweltkosten)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vergleich der Zahlen zwischen Strom aus fossilen und erneuerbaren Energien erscheint ohne Einberechnung der Umweltkosten unvollständig. &lt;br /&gt;
==== '''Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 11: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6740</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6740"/>
		<updated>2020-04-22T22:42:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&lt;br /&gt;
# Sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien höher oder niedriger im Vergleich zu Strom aus fossilen Brennstoffen? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Sind die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien höher oder niedriger im Vergleich zu Strom aus fossilen Brennstoffen?&amp;quot;'''''=== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Aktuelle Daten'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''Strom aus fossilen Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Atomenergie''' bei 13 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Braunkohle''' bei 4,59 - 7,98 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Steinkohle''' 6,27 - 9,86 Cent&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Gas- und Dampfkraftwerken''' bei 7,78 - 9,96 Cent, bei Strom unter Verwendung flexibler '''Gasturbinen''' bei 11,03 - 21,94 Cent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== '''Strom aus erneuerbaren Energien'''=====&lt;br /&gt;
Die Kosten pro Kilowattstunde liegen (Stand: 2019)&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Onshore-Windenergie''' bei ca. 3,99 - 8,23 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Offshore-Anlagen''' bei 7,79 -  9,95 Cent bei guten Standorten, bei ungünstigen Standorten ca. 13,79 Cent.&lt;br /&gt;
* bei Strom aus '''Photovoltaik-Anlagen''' (&amp;quot;''Solarstrom''&amp;quot;) bei 3,71 - 11,54 Cent.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Energiegewinnung - Welche Art von Strom ist am günstigsten?- Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Ausblick'''====&lt;br /&gt;
Laut Umweltbundesamt entwickeln sich die Kosten in den nächsten Jahrzehnten unterschiedlich. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2050 werden die Durchschnittskosten für Strom aus erneuerbaren Energien bei 6 – 7,7 Cent pro Kilowattstunde liegen.&lt;br /&gt;
* Die Durchschnittskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen werden in 2050 dagegen bei ca. 15 Cent pro Kilowattstunde liegen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland/haeufige-fragen-zur-energiewende#ziele-wege-und-instrumente  Häufige Fragen zur Energiewende - Umweltbundesamt vom  05.03.2015] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6739</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6739"/>
		<updated>2020-04-22T22:14:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Fazit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird jedoch nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben - und somit womöglich auch auf die Ernährungssicherheit&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6738</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6738"/>
		<updated>2020-04-22T22:12:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Tatsächlich mussten in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
# Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
# Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…)&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt; (Stand 2019: 18 Millionen Tonnen pro Jahr&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sueddeutsche.de/panorama/lebensmittelabfaelle-abfall-wegwerfgesellschaft-1.4427632 Lebensmittelabfälle - &amp;quot;Viele Lebensmittel sind viel zu preiswert&amp;quot;  -  Süddeutsche Zeitung vom 2. Mai 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau z.B. von Hülsenfrüchten werden Treibhausgas-Emissionen gemindert&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.thuenen.de/de/thema/pflanzenshyproduktion/leguminosenanbau-staerken/oekologische-dienste-der-leguminosen/ Ökologische Dienste der Leguminosen - Thünen-Institut 2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Nicht klimafreundliche Auflagen, sondern Nachteile kleinerer Betriebe, verstärkt durch Subventionen an größere Betriebe, haben bisher zum „Höfesterben“ geführt.&lt;br /&gt;
* Gesetzgeber, Unternehmen und Verbraucher könnten mit den richtigen Maßnahmen (Subventionen / Anbauart / Kaufverhalten ändern) maßgeblich zu einer klimafreundlicheren Landwirtschaft beitragen. Geschieht das konsequent und mit Rücksicht auf kleinere Betriebe, ist nicht davon auszugehen, dass klimafreundlichere Auflagen die Ernährungssicherheit und die landwirtschaftliche Produktion gefährden. &lt;br /&gt;
* Wird hier nicht zeitnah umgestellt, wird der Klimawandel beträchtliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.54&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6737</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6737"/>
		<updated>2020-04-22T21:57:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
# Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 10: ''&amp;quot;Gefährdet klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Ernährungssicherheit in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessensverbände behaupten, dass eine klimafreundliche, ökologische Landwirtschaft die Kosten für die Höfe sehr steigern würde und wohl einige Betriebe deswegen schließen müssten. Dadurch würde das Angebot in Deutschland sinken, aber bei gleichbleibender Nachfrage würde wohl mehr importiert werden, wodurch wiederum die Emissionen nur ins Ausland verlagert werden würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber: Sogar im sog. „Dürresommer“ in 2018 war die Ernährungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet. Tatsächlich mussten aber in den letzten Jahren de facto viele kleinere landwirtschaftliche Unternehmen schließen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36094/umfrage/landwirtschaft---anzahl-der-betriebe-in-deutschland/ Anzahl der Betriebe in der Landwirtschaft in Deutschland in den Jahren 1975 bis 2019 - Statista GmbH vom 27.11.2019] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/041/1904186.pdf Drucksache 19/4186: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Schmidt, Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  -  Deutscher Bundestag vom 07.09.2018] abgerufen am 23. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Die Schließung der Höfe geschah dabei offenbar nicht wegen klimafreundlicher (Umwelt-)Auflagen, sondern weil kleinere Betriebe einen doppelten Nachteil haben:&lt;br /&gt;
* Zum einen haben sie gegenüber größeren Betrieben meist (deutlich) kleinere Mengen und produzieren zu höheren Preise (Preisvorteil liegt bei den Großbetrieben). &lt;br /&gt;
* Zum anderen erhalten Großbetriebe deutlich mehr Subventionen (nämlich in Abhängigkeit der Fläche)&amp;lt;ref name=FESS.54&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.54 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig gilt, dass die Weiterentwicklungen in der Landwirtschaft, die z.B. zu mehr Spezialisierung und mehr Automatisierung geführt haben, deutlichen Einfluss auf die Umwelt haben (z.B. Nitratbelastungen des Grundwassers, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt durch Einsatz von Pflanzenschutzmittel…).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin landet etwa ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion Deutschlands im Müll (insgesamt 18 Millionen Tonnen pro Jahr). Würde diese Verschwendung deutlich reduziert werden, könnten sich bereits beträchtliche Emissionen aus der Landwirtschaft einsparen lassen. Zudem würde dies ermöglichen, dass in der Landwirtschaft abwechslungsreicher angebaut würde: durch den Anbau von Hülsenfrüchten werden Stickstoffüberschüsse im Boden gemindert, welche einen beträchtlichen Teil der Emissionen in der Landwirtschaft ausmachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6728</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6728"/>
		<updated>2020-04-22T17:03:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;div style=&amp;quot;border:5px solid #90D3ED; padding:1em; background-color:#1DA64A;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#F5F5F5&amp;quot;&amp;gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. &amp;lt;br&amp;gt;Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/span&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6727</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6727"/>
		<updated>2020-04-22T16:58:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 9: &amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6726</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6726"/>
		<updated>2020-04-22T16:55:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 9: &amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die &lt;br /&gt;
aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Baukosten- &amp;amp; Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Preise darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften; weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6725</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6725"/>
		<updated>2020-04-22T16:49:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die &lt;br /&gt;
aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Mieten darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften. Weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6724</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6724"/>
		<updated>2020-04-22T16:42:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die &lt;br /&gt;
aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* In Deutschland wurden in den letzten Jahrzehnten große Teile der staatlich verwalteten Wohnhäuser an private Unternehmen verkauft&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;, wodurch deutlich weniger Einfluss auf (faire) Mietpreisentwicklungen ausgeübt werden kann (positives Gegenbeispiel ist hier die Stadt Wien, in der per 2019 über 62% der Mietwohnungen im Besitz der Kommune und gemeinnütziger Wohnungsunternehmen sind&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wien-als-vorbild-ein-paradies-fuer-mieter/24084334.html Wien als Vorbild - Ein Paradies für Mieter - Der Tagesspiegel vom 11.03.2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Es erscheint nicht so, dass die gestiegenen, gesetzlichen Anforderungen im Bereich der Gebäudesanierung hauptverantwortlich sind für die gestiegenen Mietpreise. Viel eher ist einer der Hauptgründe höherer Mieten darin zu suchen, dass große Teil der Mietwohnungen inzwischen im Eigentum von privaten Konzernen sind, die deutlich mehr die Miete nach Modernisierungen steigern als z.B. Genossenschaften. Weitere Faktoren sind gestiegene Löhne, Material- &amp;amp; Baulandpreise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6723</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6723"/>
		<updated>2020-04-22T16:37:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
# Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 9: ''&amp;quot;Ist die energetische Gebäudesanierung schuld an Baukosten- und Mietpreissteigerung, an Verdrängung und Gentrifizierung? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kosten für den Wohnungsbau in Deutschland sind zwischen 2015 und 2019  um 13% gestiegen.&lt;br /&gt;
* Oft wird behauptet, dass die energetische Anforderungen für den Anstieg der Baukosten verantwortlich sei. Dabei sind die Anforderungen zuletzt 2016 angehoben worden und danach sind die Baukosten dennoch immer mehr gestiegen.&lt;br /&gt;
* Zugleich sind die Kosten für Modernisierungen (wie bessere Gebäudedämmung) nicht 1:1 an die Mieter weitergegeben worden, sondern mit einem Aufschlag - wodurch die Mieten (trotz angeblicher Energiekosteneinsparungen) gestiegen sind&amp;lt;ref name=FESS.49&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.49 ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Betrachtet man den Zeitraum 2000 - 2014, sind Preissteigerungen beim Wohnungsbau nur zu 7% auf die energetischen Anforderungen zurückzuführen, der Rest dagegen auf gestiegene Löhne, Materialpreise, Baulandpreise etc.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/fileadmin/images/Studien/kostentreiber/kostentreiber-fuer-den-wohnungsbau_studie.pdf Kostentreiber für den Wohnungsbau: Untersuchung und Betrachtung - der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die &lt;br /&gt;
aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland - Walberg, Dietmar; Gniechwitz, Timo; Halstenberg, Michael / Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V., S.92 ff. - 2015] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
* Zwischen 2011-2014 haben die Investitionen in den Wohnungsbestand insgesamt zu-, energetische Sanierungen aber abgenommen&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.49&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Zugleich kam eine Studie in 2011 zu dem Ergebnis, dass Genossenschaften mehr investieren als private Wohnungsunternehmen, aber Genossenschaften dennoch nach einer Modernisierung die Miete im Schnitt um 28% erhöht haben, private Unternehmen dagegen um 43%&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iwkoeln.de/fileadmin/publikationen/2011/53416/trends01_11_4.pdf Einflussfaktoren auf die Rentabilität energetischer Sanierungen bei Mietobjekten - Henger, Ralf; Voigtländer, Michael /  IW-Trends, S.5 ff. - 2011] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6717</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6717"/>
		<updated>2020-04-21T23:16:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 8: &amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründen diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6716</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6716"/>
		<updated>2020-04-21T23:15:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalte, die folglich mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte, so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund 50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=ForFuture_AG&amp;diff=6715</id>
		<title>ForFuture AG</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=ForFuture_AG&amp;diff=6715"/>
		<updated>2020-04-21T23:10:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Berichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die ForFuture AG ist der zentrale Anlaufpunkt für alle Bewegungen die das &amp;quot;ForFuture&amp;quot; im Namen tragen. Die Arbeitsgruppe wurde am 09.04.2019 gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== E-Mail-Adresse der [[Arbeitsgruppen|AG]] ==&lt;br /&gt;
forfuture@fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgabenbereich ==&lt;br /&gt;
Die Arbeitsgruppe vermittelt Anfragen, Informationen und Veranstaltungen an die zuständigen Ortsgruppen weiter. Sowie die Vernetzung der einzelnen For Future Bewegungen, um gemeinsame Aktionen zu ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handlungsspielraum ==&lt;br /&gt;
* Bildung der Schnittstelle zwischen Fridays for Future und den anderen For Future Bewegungen&lt;br /&gt;
* Weitergabe von Informationen in die zuständigen Ortsgruppen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziele ==&lt;br /&gt;
* Das sich alle For Future Bewegung gegenseitig und Fridays for Future unterstützen &lt;br /&gt;
* Vernetzung für gemeinsame Aktionen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 08.12.2019&lt;br /&gt;
* Wir haben gestern seit langem eine TK gehabt bei der inhaltlich nichts besprochen oder entschieden wurde  &lt;br /&gt;
* Wir werden jetzt hoffentlich alle For Future Gruppen anschreiben  &lt;br /&gt;
* Die AG an sich ist schwierig zu motivieren da die meisten in anderen AGs aktiv sind und dort auch AG Sprechern sind&lt;br /&gt;
* Wir können gut motivierte Menschen gebrauchen &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 24.11.2019&lt;br /&gt;
* gerade nicht so aktiv&lt;br /&gt;
* Untergruppen werden angeschrieben und Verbindungen aufgebaut&lt;br /&gt;
* versuchen alle 2 Wochen eine TK zu machen&lt;br /&gt;
* haben nur noch einen AG-Sprecher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 27.10.2019&lt;br /&gt;
* Die AG arbeitet und es gibt nicht viel Neues:&lt;br /&gt;
* die Parents nehmen den Großteil der Zeit in Anspruch (vgl TOP zum Strate)&lt;br /&gt;
* wir haben zu wenig Ressourcen in der AG um die Vernetzung mit den anderen FFs groß aufzuziehen, &lt;br /&gt;
* haben zu vielen von ihnen aber direkten Kontakt über Einzelpersonen&lt;br /&gt;
* wer Zeit und Lust auf die AG hat, gerne an Lucie oder Tara wenden&lt;br /&gt;
* wir würden allen OGs ans Herz legen, sich mit den FFs in ihrer Stadt,   besonders auch im Hinblick auf den 29.11., zu vernetzen &lt;br /&gt;
* Die FFs können hier mit Ressourcen etc unterstützen und entlasten, in großen Städten wäre ein regelmäßiges Treffen evtl sinnvoll &lt;br /&gt;
* -&amp;gt; bei Fragen dazu wendet euch gerne an Annika oder an Tara&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 20.10.2019&lt;br /&gt;
* P4F plant einen europaweiten klimagerchtigkeits Vernetzungskongress&lt;br /&gt;
* 50 - 100 Leute von FFF-Germany&lt;br /&gt;
* verschiedene andere Organisationen nehmen teil (XR,...)&lt;br /&gt;
* 24. - 26.01.2020 in Berlin&lt;br /&gt;
* noch keine Location&lt;br /&gt;
* Es gehen noch Einladungen raus (wird noch geschaut an wen)&lt;br /&gt;
* Sie brauchen gut vernetzte Menschen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* -&amp;gt; PDF zur Erklärung der Motivation hinter dem Treffen: https://trello-attachments.s3.amazonaws.com/5d644079d37a9c6bb2cc8762/5d64410bdb8b2e22435638d1/cab6b9ac213d0b8985a4dd11c1c308f9/Motivationsschreiben_und_1st_Infos.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* -&amp;gt; Folgende Anregungen könnten behandelt werden:&lt;br /&gt;
* Austausch über Erfahrungen, Strukturen und Ziele&lt;br /&gt;
* Bringt Projekte mit, die Unterstützung innerhalb der Klimabewegungen benötigen&lt;br /&gt;
* Welches europäische Ziel könnte im Konsent erarbeitet und zur Abstimmung in die Bewegungen getragen werden?&lt;br /&gt;
* Wie kann jede Bewegung auf seine Weise dieses Ziel erreichen? &lt;br /&gt;
* Welche Struktur ermöglicht Kommunikation unter allen Bewegungen?&lt;br /&gt;
* Welche Ressourcen können zusammengefasst werden? &lt;br /&gt;
* Wie können wir die auf dem Treffen gefundenen Konzepte und Ansätze danach in einem gemeinsamen Prozess umsetzen?&lt;br /&gt;
*    --&amp;gt; Es geht also insgesamt darum, einander kennen zu lernen, gemeinsam Kommunikationswege auf-zubauen, gemeinsame Projekte zu starten und Synergieeffekte zu nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* To-Dos: &lt;br /&gt;
*    1. Wer hat Ideen für Location -&amp;gt; an Lucie&lt;br /&gt;
*    2. Wer Kontakt zu anderen Klimagerechtigkeitsbewegungen hat -&amp;gt; an Lucie&lt;br /&gt;
* Kontakt: forfuture@fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 06.10.2019&lt;br /&gt;
* Kommunikation mit P4F läuft gut&lt;br /&gt;
* andere for-Future-Untergruppen werden angeschrieben&lt;br /&gt;
* um die 60&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;https://drive.google.com/file/d/1PlJuhftRhX4u72ViP6IrFkJYRvHGWbp6/view&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Struktur]][[Kategorie:Arbeitsgruppe]][[Kategorie:Bundesebene]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6714</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6714"/>
		<updated>2020-04-21T23:08:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökologischer, ökonomischer und sozialer Kosten zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6713</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6713"/>
		<updated>2020-04-21T23:06:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 8: &amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon, welche der Studien-Ergebnisse korrekt ist: sollte die Ökostrom-Produktion weiter gefördert werden und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6712</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6712"/>
		<updated>2020-04-21T23:02:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 8: &amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Ökostrom-Produktion weiter gefördert wird und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich sogar noch weiter verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6711</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6711"/>
		<updated>2020-04-21T22:58:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 8: &amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45ff.] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Ökostrom-Produktion weiter gefördert wird und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich sogar noch weiter verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6710</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6710"/>
		<updated>2020-04-21T22:55:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Ökostrom-Produktion weiter gefördert wird und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich sogar noch weiter verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6709</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6709"/>
		<updated>2020-04-21T22:55:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie letztlich einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie letztlich einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Ökostrom-Produktion weiter gefördert wird und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich sogar noch weiter verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6708</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6708"/>
		<updated>2020-04-21T22:53:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 8: &amp;quot;Benötigen klimafreundliche Technologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen klimafreundlicheTechnologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen klimafreundliche Technologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, S.36 - März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Ökostrom-Produktion weiter gefördert wird und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich sogar noch weiter verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6707</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6707"/>
		<updated>2020-04-21T22:51:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen klimafreundlicheTechnologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen klimafreundliche Technologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/Klimabilanz_von_Elektroautos/Agora-Verkehrswende_22_Klimabilanz-von-Elektroautos_WEB.pdf ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg - Mai 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix bei einer Nutzungsdauer von 13 Jahren 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn die Ökostrom-Produktion weiter gefördert wird und somit letztlich auch weniger Kohlestrom z.B. bei der Produktion der Lithium-Batterien gebraucht wird, ist zu erwarten, dass die Klimabilanz von E-Autos sich sogar noch weiter verbessert&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.45&amp;quot; /&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Je mehr in Strom aus erneuerbaren Energien investiert wird, desto sauberer wird die Klimabilanz eines E-Autos. Zwar kommt die Studie des ifo-Instituts zu dem Schluss, dass E-Autos eine negative Klimabilanz haben, aber dagegen stehen gleich mehrere Studien die besagen, dass bereits heute E-Autos eine positive Klima-Bilanz haben.&lt;br /&gt;
Aufgabe der Politik ist es daher, die erneuerbaren Energien zu fördern und zugleich dafür zu sorgen, dass die Arbeitsbedingungen der Kobalt-Abbauarbeiter im Kongo verbessert und die negative Folgen des Lithium-Abbaus für Umwelt und Bevölkerung minimiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6706</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6706"/>
		<updated>2020-04-21T22:41:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen klimafreundlicheTechnologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen klimafreundliche Technologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis &amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix über den Lebenszyklus gerechnet 28 % CO2-Emissionen gegenüber einem  Oberklassewagen Diesel und 42 % gegenüber einem Kleinwagen Benziner&amp;lt;ref&amp;gt;So z.B. [https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/sustainability-innovation/2019/WP02-2019_Treibhausgasemissionsbilanz_von_Fahrzeugen.pdf Die aktuelle Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland - Martin Wietschel, Matthias Kühnbach und David Rüdiger / Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, März 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6705</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6705"/>
		<updated>2020-04-21T22:35:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
# Benötigen klimafreundlicheTechnologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts - The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 8: ''&amp;quot;Benötigen klimafreundliche Technologien wie Elektro-Autos mehr Energie &amp;amp; Ressourcen als Sie einsparen?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Frage wird hauptsächlich aus 3 Gründe diskutiert:&lt;br /&gt;
* Für die Batterien von Elektrofahrzeugen wird u.a. Lithium benötigt, dessen Abbau negative Folgen für die Umwelt und die Bevölkerung vor Ort haben kann und zudem sehr viel Wasser benötigt. &lt;br /&gt;
* Zudem wird Kobalt benötigt, dessen Abbau ebenfalls nicht unkritisch im Kongo geschieht.&lt;br /&gt;
* Weiterhin steht zur Debatte der CO2-Ausstoß in der Produktion des Autos bzw. der zugehörigen Batterie&amp;lt;ref name=FESS.45&amp;gt;https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.45] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem letzten Punkt gab es diverse Studien:&lt;br /&gt;
* Eine Studie des ifo-Instituts kam zu dem Schluss, dass die Produktion eines Tesla Model 3 (E-Auto) keine bessere „Ökobilanz“ habe als die eines herkömmlichen Autos (Vergleichswagen war in der Studie: Mercedes C 220 d)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ifo.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf ifo-Institut, Buchal, Christoph; Karl, Hans-Dieter; Sinn, Hans-Werner Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* Andere Institute widersprachen der ifo-Aussage und kamen zu einem anderen Ergebnis: Ein E-Auto spare demnach bei dem heutigen Strommix über den Lebenszyklus gerechnet 16 % CO2-Emissionen gegenüber einem sparsamen Dieselfahrzeug und 27% gegenüber einem „Benziner“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ffe.de/publikationen/pressemeldungen/856-klimabilanz-von-elektrofahrzeugen-ein-plaedoyer-fuer-mehr-sachlichkeit Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V. - 2019] abgerufen am 22. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste&amp;diff=6704</id>
		<title>Desertec - Ökostrom aus der Wüste</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste&amp;diff=6704"/>
		<updated>2020-04-21T22:16:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Vergleich zum Kohlestrom */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;DESERTEC ist der Name eines Projekts, mit dem klimafreundlicher Solar-Strom in der Sahara erzeugt werden sollte. Würde das Projekt realisiert werden, könnte die gesamte Welt mit klimafreundlichen Strom versorgt werden&amp;lt;ref name=DW&amp;gt;[https://www.dw.com/de/strom-aus-der-w%C3%BCste-f%C3%BCr-alle/a-5043675 Strom aus der Wüste für alle! - Deutsche Welle vom 17.02.2011]abgerufen am 15. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; und so ein Kohle- und Atomausstieg gelingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept ==&lt;br /&gt;
Die Idee hinter dem Projekt DESERTEC ist folgende: Strom mittels Photovoltaikanlagen erzeugen, vornehmlich in Wüstengebieten mit hoher Sonneneinstrahlung, und diesen dann über sog. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabel (&amp;quot;HGÜ&amp;quot;) weiterzuleiten, z.B. nach Europa.&lt;br /&gt;
Schätzungen zu Folge wären für die Anlagen eine Fläche von ca. 300 mal 300 Kilometer ausreichend&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/desertec-was-wurde-aus-den-solarkraftwerken-in-nordafrika-a-1196664.html  Wüstenstrom für Europa, Was wurde aus Desertec? -  Der Spiegel vom 25.03.2018] abgerufen am 16. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - andere Berechnungen gehen von 500 mal 500 Kilometer aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;DW&amp;quot; /&amp;gt;- , um genügend Strom für die Weltbevölkerung produzieren zu können.&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: die Sahara hat eine Fläche von ca. 9 Mio. Quadratkilometern&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.planet-wissen.de/natur/landschaften/trockenwuesten/pwiewasserindersahara100.html  Trockenwüsten, Wasser in der Sahara -  Planet Wissen vom  07.10.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist somit um Vielfaches größer als die benötigte Fläche für das Projekt Desertec.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts Desertec &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===='''Kosten für das Projekt'''====&lt;br /&gt;
Ursprünglich waren für das Projekt Kosten von 400 Milliarden € angesetzt worden (Stand 2009). Bei einer Rekalkulation 4 Jahre später ergab sich jedoch ein anderes Bild und man schätzte die Gesamtkosten auf 900 Milliarden € - allerdings nicht sofort, sondern bis 2050&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ovb-online.de/weltspiegel/wirtschaft/desertec-wird-sehr-viel-teurer-geplant-3083903.html  Desertec wird sehr viel teurer als geplant - OVB Online (Oberbayerisches Volksblatt) vom  30.08.13] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=='''Woran das Projekt bisher scheiterte'''==&lt;br /&gt;
Das Projekt wurde aus diversen Gründen bisher nicht umgesetzt:&lt;br /&gt;
* Angst vor einer Abhängigkeit Europas von den Ländern, in denen die Anlagen gebaut worden wären&amp;lt;ref name=PlanetWissen&amp;gt;[https://www.planet-wissen.de/technik/energie/solarenergie/pwieprojektdesertec100.html  Projekt Desertec -  Planet Wissen vom  18.02.2020] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Unsicherheit bei Anlegern und Politikern, ausgelöst durch die Revolutionen in Nordafrikanischen Ländern ab 2010 (auch genannt &amp;quot;Arabischer Frühling&amp;quot;)&amp;lt;ref name=Spiegel2018&amp;gt;[https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/desertec-was-wurde-aus-den-solarkraftwerken-in-nordafrika-a-1196664.html  Wüstenstrom für Europa, Was wurde aus Desertec? -  Der Spiegel vom  25.03.2018] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie darauffolgendes Fehlen stabiler Regierungen (z.B. Libyscher Bürgerkrieg)&amp;lt;ref&amp;gt;Rede des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer auf der 2. sächsischen Klimakonferenz (29. Februar 2020)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* womöglich die Befürchtung vor zu viel Konkurrenz für den europäischen Energiesektor, allen voran für die Atom- und Kohlenenergie (dieser Meinung ist zumindest Frithjof Finkbeiner, Aufsichtsratsvorsitzender der Desertec-Stiftung)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* und auch aus finanziellen Gründen&amp;lt;ref name=&amp;quot;PlanetWissen&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=='''Vergleich zum Kohlestrom'''==&lt;br /&gt;
Auch wenn das Großprojekt bisher noch nicht umgesetzt wurde, werden kleinere, regionale Projekte in Nordafrika und dem Nahen Osten umgesetzt. Dabei gehen die Planer von Stromkosten von 1,5 Cent - 3 Cent pro Kilowattstunde aus, was deutlich günstiger ist als Kohlestrom&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel2018&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Braunkohlestrom kostet zwischen 4,59 bis 7,98 Cent und &lt;br /&gt;
* Steinkohlestrom zwischen 6,27 und 9,86 Cent (jeweils pro Kilowattstunde)&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Welche Art von Strom ist am günstigsten? - Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste&amp;diff=6703</id>
		<title>Desertec - Ökostrom aus der Wüste</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste&amp;diff=6703"/>
		<updated>2020-04-21T22:16:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Vergleich zum Kohlestrom */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;DESERTEC ist der Name eines Projekts, mit dem klimafreundlicher Solar-Strom in der Sahara erzeugt werden sollte. Würde das Projekt realisiert werden, könnte die gesamte Welt mit klimafreundlichen Strom versorgt werden&amp;lt;ref name=DW&amp;gt;[https://www.dw.com/de/strom-aus-der-w%C3%BCste-f%C3%BCr-alle/a-5043675 Strom aus der Wüste für alle! - Deutsche Welle vom 17.02.2011]abgerufen am 15. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; und so ein Kohle- und Atomausstieg gelingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept ==&lt;br /&gt;
Die Idee hinter dem Projekt DESERTEC ist folgende: Strom mittels Photovoltaikanlagen erzeugen, vornehmlich in Wüstengebieten mit hoher Sonneneinstrahlung, und diesen dann über sog. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabel (&amp;quot;HGÜ&amp;quot;) weiterzuleiten, z.B. nach Europa.&lt;br /&gt;
Schätzungen zu Folge wären für die Anlagen eine Fläche von ca. 300 mal 300 Kilometer ausreichend&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/desertec-was-wurde-aus-den-solarkraftwerken-in-nordafrika-a-1196664.html  Wüstenstrom für Europa, Was wurde aus Desertec? -  Der Spiegel vom 25.03.2018] abgerufen am 16. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - andere Berechnungen gehen von 500 mal 500 Kilometer aus&amp;lt;ref name=&amp;quot;DW&amp;quot; /&amp;gt;- , um genügend Strom für die Weltbevölkerung produzieren zu können.&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: die Sahara hat eine Fläche von ca. 9 Mio. Quadratkilometern&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.planet-wissen.de/natur/landschaften/trockenwuesten/pwiewasserindersahara100.html  Trockenwüsten, Wasser in der Sahara -  Planet Wissen vom  07.10.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist somit um Vielfaches größer als die benötigte Fläche für das Projekt Desertec.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts Desertec &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===='''Kosten für das Projekt'''====&lt;br /&gt;
Ursprünglich waren für das Projekt Kosten von 400 Milliarden € angesetzt worden (Stand 2009). Bei einer Rekalkulation 4 Jahre später ergab sich jedoch ein anderes Bild und man schätzte die Gesamtkosten auf 900 Milliarden € - allerdings nicht sofort, sondern bis 2050&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ovb-online.de/weltspiegel/wirtschaft/desertec-wird-sehr-viel-teurer-geplant-3083903.html  Desertec wird sehr viel teurer als geplant - OVB Online (Oberbayerisches Volksblatt) vom  30.08.13] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=='''Woran das Projekt bisher scheiterte'''==&lt;br /&gt;
Das Projekt wurde aus diversen Gründen bisher nicht umgesetzt:&lt;br /&gt;
* Angst vor einer Abhängigkeit Europas von den Ländern, in denen die Anlagen gebaut worden wären&amp;lt;ref name=PlanetWissen&amp;gt;[https://www.planet-wissen.de/technik/energie/solarenergie/pwieprojektdesertec100.html  Projekt Desertec -  Planet Wissen vom  18.02.2020] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&lt;br /&gt;
* Unsicherheit bei Anlegern und Politikern, ausgelöst durch die Revolutionen in Nordafrikanischen Ländern ab 2010 (auch genannt &amp;quot;Arabischer Frühling&amp;quot;)&amp;lt;ref name=Spiegel2018&amp;gt;[https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/desertec-was-wurde-aus-den-solarkraftwerken-in-nordafrika-a-1196664.html  Wüstenstrom für Europa, Was wurde aus Desertec? -  Der Spiegel vom  25.03.2018] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie darauffolgendes Fehlen stabiler Regierungen (z.B. Libyscher Bürgerkrieg)&amp;lt;ref&amp;gt;Rede des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer auf der 2. sächsischen Klimakonferenz (29. Februar 2020)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* womöglich die Befürchtung vor zu viel Konkurrenz für den europäischen Energiesektor, allen voran für die Atom- und Kohlenenergie (dieser Meinung ist zumindest Frithjof Finkbeiner, Aufsichtsratsvorsitzender der Desertec-Stiftung)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel2018&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* und auch aus finanziellen Gründen&amp;lt;ref name=&amp;quot;PlanetWissen&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=='''Vergleich zum Kohlestrom'''==&lt;br /&gt;
Auch wenn das Großprojekt bisher noch nicht umgesetzt wurde, werden kleinere, regionale Projekte in Nordafrika und dem Nahen Osten umgesetzt. Dabei gehen die Planer von Stromkosten von 1,5 Cent - 3 Cent pro Kilowattstunde aus, was deutlich günstiger ist als Kohlestrom&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spiegel2018&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Braunkohlestrom kostet zwischen 4,59 bis 7,98 Cent, &lt;br /&gt;
* Steinkohle zwischen 6,27 und 9,86 Cent (jeweils pro Kilowattstunde)&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.quarks.de/technik/energie/welche-art-von-strom-ist-am-guenstigsten/  Welche Art von Strom ist am günstigsten? - Quarks.de vom  25. März 2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6561</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6561"/>
		<updated>2020-04-21T14:45:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 7: &amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB: [https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6560</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6560"/>
		<updated>2020-04-21T14:45:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 7: &amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;S.7 der PDF auf der Seite des IAB:[https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6559</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6559"/>
		<updated>2020-04-21T14:43:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 7: &amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[S.7 der PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301 Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6558</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6558"/>
		<updated>2020-04-21T14:42:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[S.7 der PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6557</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6557"/>
		<updated>2020-04-21T14:41:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[S.7 der PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6556</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6556"/>
		<updated>2020-04-21T14:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 3: &amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[S.7 der PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6555</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6555"/>
		<updated>2020-04-21T14:40:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 6: &amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[S.7 der PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6554</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6554"/>
		<updated>2020-04-21T14:38:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt, werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[S.7 der PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6553</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6553"/>
		<updated>2020-04-21T14:37:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Antwort auf Frage 7: &amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot; */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt, werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[S.7 der PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6552</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6552"/>
		<updated>2020-04-21T14:36:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt, werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6551</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6551"/>
		<updated>2020-04-21T14:34:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
# Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland&amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt, werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 7: ''&amp;quot;Zerstört die Verkehrswende die Automobil-Industrie in Deutschland?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage'''====&lt;br /&gt;
* Stand 2019 erwirtschaftet die deutsche Automobilindustrie 426 Milliarden Euro Umsatz. &lt;br /&gt;
* Zudem sind mehr als 830.000 Beschäftigte direkt bei den Herstellern und den Zulieferern beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit ist die Automobilindustrie definitiv gewichtig für die deutsche Wirtschaft, allerdings weniger als der Verband der Automobilindustrie (VDA) lange Zeit behauptet hat (der VDA hatte lange Zeit behauptet, jeder 7. Job in Deutschland würde an der Autoindustrie hängen, rechnet hierzu aber auch Taxifahrer und Beschäftigte im Straßenbau mit ein)&amp;lt;ref name=FESS.41&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.41-44] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Laut einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) fallen bis 2035 etwa 114.000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie weg, somit also jede 8. Stelle in der Branche. Gleichzeitig würden etwa 16.000 neue Stellen entstehen (im Zusammenhang mit der Elektrifizierung von Autos)&amp;lt;ref&amp;gt;[PDF auf der Seite des IAB: https://www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k181130301  Elektromobilität 2035 - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Da die chinesische Regierung massiv auf die Entwicklung von „E-Autos“ setzt und zugleich China der drittgrößte Absatzmarkt für deutsche Autos ist, würde ein Vernachlässigen der E-Auto-Entwicklung wohl nur kurzfristig Arbeitsplätze sichern. Mittel- und langfristig würden diese aber ohnehin wegfallen. Somit ist die Förderung der Elektromobilität eher eine Chance für die deutsche Autoindustrie als ein Risiko&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem sehen u.a. Studien von Beratungshäuser wie PWC große Gewinnpotenziale für die deutsche Automobilindustrie, z.B. in dem Ausbau von Carsharing-Diensten, Mobilitätsdienstleistungen ähnlich wie Uber und auch bei der Entwicklung von Batterien für E-Autos&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pwc.de/en/automobilindustrie/pwc-study-autofacts-transformation-of-value-chain.pdf  PwC Autofacts -The turning of the tide – impacts of the automotive transformation on the value chain - PwC-Studie S. 8, 2018] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Verkehrswende führt wahrscheinlich auch zu neuen Jobs im öffentlichen Nahverkehr oder bei Mobilitätsdienstleistungen, die regional gebunden und nicht verlegbar sind&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.41&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Die Verkehrswende ist kein Risiko, sondern eine Chance für die Autoindustrie, in Technologien zu investieren, die sonst allein oder größtenteils von der internationalen Konkurrenz (allen voran China) dominiert werden. &lt;br /&gt;
* Ohne die Verkehrswende gehen vermutlich Arbeitsplätze verloren ohne dass neue entstehen, mit der Verkehrswende dagegen gehen netto nicht Arbeitsplätze verloren, sondern es entstehen auch noch zahlreiche neue.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Web_AG&amp;diff=6542</id>
		<title>Web AG</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Web_AG&amp;diff=6542"/>
		<updated>2020-04-21T13:23:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Ziele der Arbeitsgruppe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die Website AG kümmert sich bei FFF um alles was mit der&lt;br /&gt;
Website sowie anderen Webservices zu tun hat. Zu den&lt;br /&gt;
Aufgaben gehören die folgenden Punkte:&lt;br /&gt;
* Website betreuen und Inhalt aktuell halten&lt;br /&gt;
* Webtools und deren Server einrichten und verwalten&lt;br /&gt;
* Server betreuen&lt;br /&gt;
* eMails für die AG's/OG's einrichten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufgabenbereich ==&lt;br /&gt;
Die Website AG deckt bei Fridays for Future primär die Website und deren Verwaltung ab. Darüber hinaus ist die AG dafür verantwortlich WebApps wie beispielsweise das Pad und Croodle sowie sämtliche zukünftig gewünschten Dienste einzurichten und zu warten. Auch kann auf Anfrage mit Vorlauf(!) ein Tool für eine AG oder Aktion eingerichtet werden. Dazu an die Sprechenden wenden. Wir geben unser Bestes, eure Wünsche umzusetzen. Aufgrund der zu hohen Anfragen können wir für OGs keine Webseiten programmieren/bereitstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Handlungsspielraum ==&lt;br /&gt;
Die AG sollte frei über die Wahl der Software, den eingesetzten Servern (solange im Budget&lt;br /&gt;
der Finanz AG) frei entscheiden dürfen. Des weiteren sollte die AG zu Änderungen am&lt;br /&gt;
Erscheinungsbild der Website ohne Absprache mit der Deli-TK legitimiert sein. Auch muss&lt;br /&gt;
teilweise flexibel reagiert werden, zum Beispiel auf technische Notfälle oder&lt;br /&gt;
Krisensituationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ziele der Arbeitsgruppe ==&lt;br /&gt;
Das Hauptziel der AG ist die Website und deren kontinuierliche Verbesserung. Darüber hinaus&lt;br /&gt;
sind die der Bewegung zur Verfügung gestellten Webservices als Produkt zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berichte ==&lt;br /&gt;
Vom 26. Januar 2020&lt;br /&gt;
 - 4 OG Seiten erstellt&lt;br /&gt;
 - Music4Future Links &amp;amp; Mail ausgetauscht&lt;br /&gt;
 - Problem mit Newsletter Anmeldefeld behoben&lt;br /&gt;
 - Profilbildgenerator Bayern&amp;amp; HH erstellt&lt;br /&gt;
 - Unterseite Bayern für Kommunalwahlen erstellt&lt;br /&gt;
 - Termin HH &amp;amp; Bayern im Header&lt;br /&gt;
 - Ausbau der Bildercloud &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 12. Januar 2020&lt;br /&gt;
 - Unterseite für die Ortsgruppe Landshut erstellt &lt;br /&gt;
 - Mobile Ansicht verbessert &lt;br /&gt;
 - Wiki Design an CI angepasst &lt;br /&gt;
 - Bundesweite Bildercloud ausgebaut &lt;br /&gt;
 - Vorbereitungen für mehr OG’s für die Cloud (Formular kommt nächste Woche) &lt;br /&gt;
 - Siemens Mail Aktion mit Newsletter (ca 12k mitmachende, über 70k Mails an Siemens)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste aller Dienste (nicht vollständig) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* https://fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
* https://cloud.fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
* https://pad.fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
* https://poll.fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
* https://forms.fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
* https://kongress.fridaysforfuture.de (technische Betreuung)&lt;br /&gt;
* https://mail.fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
* https://wiki.fridaysforfuture.de&lt;br /&gt;
* https://meet.fffutu.re&lt;br /&gt;
* Monitoring System&lt;br /&gt;
* Backup für alle Dienste&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Struktur]][[Kategorie:Arbeitsgruppe]][[Kategorie:Bundesebene]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6541</id>
		<title>Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6541"/>
		<updated>2020-04-21T13:21:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;In den letzten Jahren häufen sich Einwände zur Energiewende, z.T. offenbar mit dem Ziel diese angesichts ökonomischer und sozialer Kosten stark zu hinterfragen. Hier werden gängige Fragen faktenbasiert analysiert. Basis hierfür ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Übersicht der Fragen und Einwände ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf folgende Fragen wird im nächsten Abschnitt Stellung genommen: &lt;br /&gt;
# Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&lt;br /&gt;
# Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert?&lt;br /&gt;
# Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&lt;br /&gt;
# Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&lt;br /&gt;
# Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche? &lt;br /&gt;
# Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antworten auf die Fragen und Einwände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 1: ''&amp;quot;Wenn Deutschlands Anteil an den globalen Treibhausgasen gering ist, wie können wir dann das Klima retten?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich hat Deutschland einen Anteil von 2% an den weltweiten Treibhausgasen. Anhand der Tabelle (siehe Foto) wird ersichtlich, dass Deutschland deutlich weniger emittiert als z.B. China, aber zugleich etwa doppelt so viel wie Großbritannien.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 9 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
[[Datei:Tab3.png|mini|Treibhausemissionen im internationalen Vergleich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleicht man die ausgestoßene CO2–Menge in China und in Deutschland in 2016 pro Kopf, ist das Ergebnis: Jeder Einwohner in Deutschland hat im Schnitt ca. 10,6 Tonnen CO2 verursacht, in China im Schnitt 8,7 Tonnen. Auch im Vergleich mit anderen Ländern ist das Ergebnis, dass die Menge pro Kopf in Deutschland deutlich höher ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werden Güter für Deutschland in China produziert, werden die zugehörige Treibhausgase China zugeschrieben, was aktuell (in den Zahlen oben) nicht reflektiert ist.&lt;br /&gt;
Aber es lässt sich festzustellen, dass die Fragestellung grundsätzlich berechtigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Deutschlands Einfluss in der EU &amp;amp; weltweit'''====&lt;br /&gt;
* Deutschland hat als wirtschaftlich stärkstes Land in der EU eine Vorbild-Funktion in der Welt: es zeigt sich, dass andere Länder ebenfalls bestimmte Maßnahmen und Gesetze von Deutschland übernommen haben, so z.B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz („EEG“). In 2018 hatten immerhin 84 Länder ebenfalls eine Art Einspeisungsvergütungen für Strom aus erneuerbaren Energien und sogar die Mehrheit der Länder des Globalen Südens hat feste Einspeisetarife für erneuerbare Energiequellen eingeführt, ganz ähnlich zu dem Modell in Deutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zudem hat Deutschland durch die Förderung von Solarenergie dazu beigetragen, dass der Preis für Aufbau-Solarstromanlagen zwischen 2006 und 2014 um 68% gefallen ist. Damit hat Deutschland die Photovoltaik-Technologie auch für Länder mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen (wie China oder Indien) bezahlbarer gemacht&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 11 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Weiterhin hat Deutschland eine entscheidend zum Pariser Klimaschutzabkommen beigetragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher erscheint es gerechtfertigt, nicht nur Deutschland isoliert, sondern vielmehr auch den Einfluss Deutschlands auf die EU (mit immerhin 9% Anteil am CO2-Ausstoß) bei der Frage miteinzuschließen, inwieweit Deutschland wirklich etwas am Weltklima ändern könne. Wie aus den oben aufgeführten Punkten ersichtlich, hat Deutschland de facto einen gewissen Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein klares Handeln seitens Deutschland zur Reduktion von Treibhausgasen hätte natürlich verschiedene Auswirkungen (z.B. auf bestimmte Branchen, siehe nachfolgende Fragen) und würde gewisse Kosten mit sich bringen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat bereits 2005 errechnet, dass verstärkter Klimaschutz Deutschland in 2050 ca. 5,7 Milliarden $, in 2100 ca. 40 Milliarden $ kosten würde. Zugleich würden (ebenfalls laut DIW) aber auch Klimaschäden vermieden werden, die deutlich höher sind: Klimaschäden ohne verstärkten Klimaschutz für 2050: 33 Milliarden $, für 2100: 160 Milliarden $&amp;lt;ref name=DIW2005&amp;gt;[https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43002.de/05-12-1.pdf  Weltweiter Klimaschutz – Sofortiges Handeln spart hohe Kosten, S. 1   Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., 2005] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mehr Klimaschutz ist also bereits mittelfristig eine lohnenswerte Investition für Deutschland. &amp;lt;ref name=&amp;quot;DIW2005&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch global betrachtet lohnt sich mehr Klimaschutz: laut DIW würden - bei einer gemeinsamen, globalen Klimaschutzstrategie-  in 2100 Klimaschäden in Höhe bis zu 12 Bill. US-Dollar vermieden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zwar kann Deutschland isoliert wohl nicht den menschengemachten Klimawandel reduzieren, aber nutzt Deutschland seine Vorreiter-Rolle und seinen Einfluss in der EU und in der Welt, erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Treibhausgase weltweit sinken. Die letzten Jahren haben gezeigt, dass Deutschland sehr wohl andere Länder dazu gebracht hat, z.B. erneuerbare Energien staatlich zu fördern und am Pariser Klimaschutzabkommen mitzuwirken. &lt;br /&gt;
Zudem ist durch Deutschlands Förderungen der Preis für Solarenergie massiv gefallen (-68%), so dass diese Technologie erst für andere Länder bezahlbar wurde. Somit kann Deutschland einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass international deutlich mehr in Klimaschutz investiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 2: ''&amp;quot;Wenn Deutschland Kohlekraftwerke abschaltet, wird dann mehr Atom- &amp;amp; Kohle-Strom aus dem Ausland importiert? &amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Stand 2019 hat Deutschland tatsächlich Stromüberschüsse gehabt und diese exportiert. Durch den Atom- und Kohleausstieg ist davon auszugehen, dass Deutschland tatsächlich Strom importieren muss, wahrscheinlich aus Frankreich und aus Polen (Atom - &amp;amp; Kohlestrom). Damit würde also der Effekt der(in Deutschland) eingesparten CO2- Emissionen international gesehen deutlich geringer sein. Aber: der Import von Strom wird mittelfristig nicht sonderlich hoch sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem gilt: Werden nicht mehr benötigte Emissionszertifikate eben nicht an andere Länder vergeben, sondern stillgelegt (siehe unten), wäre tatsächlich ein Klimaschutzeffekt vorhanden.&lt;br /&gt;
Langfristig könnte der Stromimport tatsächlich zunehmen, wenn Wärme- und Verkehrssektor zunehmend elektrifiziert werden. Dann wird es sich jedoch nicht um Atom- und Kohlestrom aus dem Ausland handeln, sondern um Strom aus erneuerbaren Energien aus Nordafrika &amp;amp; dem Mittlerem Osten (die dort aufgebaut werden müssen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Stromausfälle in Deutschland zu vermeiden, ist es auch notwendig, Stromüberschüsse zu speichern (mit der sog. „Power-to-X-Technologie“).  &lt;br /&gt;
Um den internationalen Preis für Braunkohlestrom nicht zu verbilligen, wenn Deutschlands Emissionszertifikate nicht mehr benötigt, hat die sog. „Kohle-Kommission“ gefordert, nicht genutzte Zertifikate komplett vom Markt zu nehmen, was technisch machbar ist. Weiterhin greifen in den nächsten Jahren immer mehr EU-Regularien, um Produktionen energieeffizienter zu machen und staatliche Zahlungen an fossile Kraftwerke stärker zu beschränken.  &lt;br /&gt;
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Studien &amp;amp; Meldungen, die von einer Stromversorgungslücke in Deutschland ausgingen. Diese haben sich nicht bewahrheitet, aber auf Grund dieser Fehleinschätzung kam es zu Investitionen in Milliardenhöhe für fossile Kraftwerke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Zeitweise kann es tatsächlich zu mehr Atom- und Kohlestromimporten nach Deutschland kommen. Wenn aber die erneuerbaren Energien zügig ausgebaut werden und mehr in Energiespeicher investiert wird, ist dieser Import nur relativ kurz notwendig. Werden zugleich nicht mehr benötigte Emissionszertifikate tatsächlich stillgelegt (und nicht an andere Länder vergeben), ergibt sich eine Reduktion der Treibhausgase auch auf internationaler Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 15ff. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 3: ''&amp;quot;Ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien technisch machbar?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien erscheint vielen Leuten aktuell (April 2020) als &amp;quot;technisch nicht machbar&amp;quot;. Das Hauptproblem einer solchen Stromversorgung ist aber, dass die politischen Rahmenbedingungen dafür nicht stimmen. So werden Stromleitungen nur sehr verzögert genehmigt und realisiert und z.B. Abstandsregelungen für Windräder verlangsamen zudem den Ausbau. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Technisch machbar ist eine Stromversorgung ausschließlich mit erneuerbaren Energien aber, wenn die Politik handelt. D.h. konkret:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gezielte Förderung des Ausbaus von Windräder&lt;br /&gt;
* Aufhebung des Ausbaudeckels für Photovoltaik-Anlagen&lt;br /&gt;
* Grenzüberschreitende Verbindungen, damit Strom im- und exportiert werden kann und etwaige Engpässe in einer Region durch Überkapazitäten in anderen Regionen kompensiert werden können.&lt;br /&gt;
* Förderung der Stromspeicher-Technologien („Powert-to-X“) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit der Ausbau auch wirklich stattfinden kann, ist eine stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung notwendig, vor allem bei Anwohnern. In der Vergangenheit gab es aber auch z.B. beim Aufbau der Atomkraftwerke starke Eingriffe des Staates („Enteignungen, Umsiedlungen, Bergschäden, massivste Eingriffe in Ökosysteme“). Eine Vielzahl an Energiegenossenschaften, die in Solar- und Windkraftwerke investieren, beteiligen die Bürgen direkt an der Stromproduktion. Wenn dies staatlich mehr gefördert wird, dürfte auch die Akzeptanz der Anwohner steigen.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
Wenn Verkehr, Wärme und Industrie ebenfalls in Zukunft verstärkt auf erneuerbaren Strom zurückgreifen sollen, ist es wichtig, dass in die effizientesten Technologien investiert wird, so dass der Strombedarf letztlich sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 19 - 24. -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 19. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Astrophysiker und Moderator Harald Lesch (&amp;quot;Terra X&amp;quot;) meinte im April 2019, dass ein Atom- und Kohleausstieg in Deutschland nur dann machbar sei, wenn entweder &lt;br /&gt;
* u.a. die Photovoltaik-Anlagen und Windkraft-Analgen massiv ausgebaut würden (allerdings wären dann weite Landschaften Deutschlands komplett zugebaut) oder &lt;br /&gt;
* durch Realisation des Projekts [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Desertec_-_%C3%96kostrom_aus_der_W%C3%BCste Desertec] &amp;lt;ref&amp;gt; [https://youtu.be/Az-Fr8DkhMQ?t=152. Ohne Kohle und Atom - geht uns der Strom aus? | Harald Lesch, Video hochgeladen auf YouTube am 24.04.2019] abgerufen am 17. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Die Versorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ist rein technisch machbar - erfordert aber in jedem Fall politische Entscheidungen auf nationaler sowie internationaler Ebene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 4: ''&amp;quot;Bringt ein schneller Kohleausstieg für die Beschäftigten und betroffenen Regionen unzumutbare Härten mit sich?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
Um diese Frage zu beantworten, erscheint zunächst ein Blick auf die Beschäftigtenzahlen in den verschiedenen Energiebranchen sinnvoll. &lt;br /&gt;
===='''Die Beschäftigtenzahlen in verschiedenen Energiesektoren'''====&lt;br /&gt;
=====Kohleindustrie=====&lt;br /&gt;
In 2019 gab es&lt;br /&gt;
* in der Steinkohle-Industrie 4.000–8.000 direkt Beschäftigte und&lt;br /&gt;
* in der Braunkohle-Industrie ca. 18.500 direkt Beschäftigte&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.72 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (in 2017: ca. 20.000&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/braunkohlewirtschaft-bietet-nur-noch-20-000-arbeitsplaetze-a-1155782.html Deutschland hat nur noch 20.000 Braunkohle-Jobs - Der Spiegel vom 05.07.2017] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in Summe also gab es in 2019 eine maximale Anzahl von 26.600 direkt Beschäftigten in der Kohleindustrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut RBB24 gibt die Kohlekommission meist einen höheren Wert an (60.000), da hier noch die Jobs miteingerechnet werden, die indirekt davon abhängen&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/kohlekommission-sitzung-berlin-abschlussbericht1.html Kommission schlägt Kohleausstieg bis 2038 vor - RBB24.de vom 26.01.19] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch der Umweltverband Grüne Liga meint Zahlen der in der Braunkohle-Industrie Beschäftigten oftmals zu hoch sei, weil darin auch hunderte Stellen enthalten sind, die für die Sanierung der DDR-Tagebaue enthalten seien, die nichts mit der Kohleförderung zu tun hätten&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.klimareporter.de/deutschland/ministerium-rechnet-braunkohle-jobs-schoen Braunkohle-Jobs schöngerechnet - Klimareporter.de vom 13. Juli 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den direkt in den Braunkohlekraftwerken und im Braunkohlebergbau Beschäftigten sind ca. zwei Drittel älter als 45&amp;lt;ref name=FESS.27&amp;gt;[http://library.fes.de/pdf-files/fes/15665.pdf  Die Debatte um den Klimaschutz, S. 27 -   Friedrich-Ebert-Stiftung] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Windindustrie =====&lt;br /&gt;
In der Windkraftbranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 161.000&amp;lt;ref name=KleineAnfrage&amp;gt; Addition der Werte für Beschäftigte &amp;quot;Windenergie an Land&amp;quot; und &amp;quot;Windenergie auf See&amp;quot; aus: [https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2019/19-11619.pdf Kleine Anfrage der Abgeordneten Lorenz Gösta Beutin, Dr. Gesine Lötzsch,Heidrun Bluhm-Förster, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE and Wolfgang Schäuble S. 7 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 29.07.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
* in 2017: 135.100 &amp;lt;ref name=&amp;quot;KleineAnfrage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2018: 125.100 - 127.100 &amp;lt;ref&amp;gt;Eigene Berechnungen an Hand des Wertes für 2017 und mit der Aussage der IG Metall, wonach ca. 8.000-10.000 Stellen abgebaut wurden in 2018. [https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/arbeitsmarkt-ig-metall-bis-zu-10-000-jobs-in-der-windindustrie-sind-weg/24979110.html?ticket=ST-2205125-qjnJiaQlmx3N3P176sxX-ap5 IG Metall: Bis zu 10.000 Jobs in der Windindustrie sind weg -  Handelsblatt.de vom 04.09.2019]abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Hand dieser Zahlen ist ersichtlich, dass ca. 24.000 - 26.000 Menschen (oder 22% aller Beschäftigten von 2016) innerhalb von nur 2 Jahren ihren Arbeitsplatz verloren haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Solarbranche =====&lt;br /&gt;
In der Solarenergiebranche gab es folgende Beschäftigtenzahlen:&lt;br /&gt;
* in 2016: 45.400&amp;lt;ref name=BWE&amp;gt;[https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=2 Bruttobeschäftigung durch erneuerbare Energien 2000 bis 2017 - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie vom 14.1.2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* in 2017: 42.800&amp;lt;ref name=&amp;quot;BWE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-12/solarzellen-herstellung-deutschland-firma-heliatek/komplettansicht Solarzellen - Die Hoffnung ist biegsam - Zeit.de vom 29. Dezember 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachtet man zudem die Vorjahre (2011 - 2015) so lässt sich feststellen, dass ca. 80.000 Arbeitsplätze in der Solarenergie-Branche in Deutschland abgebaut worden sind, was mitunter ein Resultat der Politik von FDP und CDU/CSU war&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2019-05/23/faktencheck-zum-anti-cdu-video-hat-rezo-recht-190523-99-350349 Hintergrund - Faktencheck zum Anti-CDU-Video: Hat Rezo recht? - Zeit.de vom 23. Mai 2019] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sfv.de/artikel/bundesrechnungshof_kritisiert_-_bundeswirtschaftsministerium_versagt_bei_der_ene.htm Bundesrechnungshof kritisiert: BMWi versagt bei der Energiewende - Solarenergie Förderverein vom 01.10.2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=====Konklusion aus den Fakten =====&lt;br /&gt;
* Da ein Großteil der Beschäftigen in der Braunkohleindustrie älter als 45 Jahren ist, ist davon auszugehen, dass bei einem vorzeitigen Kohleausstieg (z.B. in 2038) ein Großteil dieser Beschäftigten nicht davon betroffen wäre, sondern bereits in Rente ist. Für alle anderen könnten Umschulungen sowie Frühverrentungsprogramme (also Altersteilzeit oder Vorruhestand) eine Option sein&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;. Eine weitere Option wäre die gezielte Förderung der betroffenen Regionen, so dass dort beispielsweise Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet, dass durch „entsprechend ausgestaltete staatliche Programme“ mit 19.000 bis 37.000 Arbeitsplätzen kurz- und mittelfristig in den Kohleregionen entstehen könnten und zwar im Bereich der energetischen Gebäudesanierung&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.ecologic.eu/sites/files/publication/2018/3537-kohlereader_final.pdf DIE BEENDIGUNG DER ENERGETISCHEN NUTZUNG VON KOHLE IN DEUTSCHLAND, S.83 - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Ecologic Institut (Hrsg.), 2018] abgerufen am 20. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mit der Sanierung von Altbauten sind hohe regionale Wirtschaftspotenziale verbunden, denn etwa zwei Drittel der Gebäude sind älter als 40 Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.27&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Allein im Zeitraum zwischen 2012 - 2017 sind in der Solar- und Windkraftindustrie deutlich mehr Stellen abgebaut worden (über 106.000) als die Braunkohle-Industrie hat (ca. 20.000). Diese Aussage ist auch dann richtig, wenn man die Jobs, die von der Kohleindustrie abhängen und die direkt Beschäftigten zusammenzählt (60.000). Der Abbau der Stellen im Bereich der erneuerbaren Energie ist direkte Folge politischer Entscheidungen (wie z.B. die Einführung von Abstandsregelungen für Windräder&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.welt.de/regionales/bayern/article203720510/Oekostrom-Branche-attackiert-CSU-Windkraft-am-Ende.html Ökostrom-Branche attackiert CSU: Windkraft am Ende - Welt Online am 21.11.2019] abgerufen am 16. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;), mehr Informationen hierzu auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Maßnahmen hat die Solar- und Windkraftindustrie mehr Stellen abgebaut als in der Kohleindustrie vorhanden sind. Würden tatsächlich innerhalb kürzester Zeit sämtliche Stellen in der Kohleindustrie wegfallen, erscheint es fraglich, warum bei weniger Stellen von &amp;quot;unzumutbarer Härte&amp;quot; die Rede sein sollte. Dies gilt vor allem um so mehr, da eines der Ziele eines geplanten Kohleausstiegs auch die Berücksichtigung der Interessen der Beschäftigten ist.&lt;br /&gt;
* Durch geeignete staatliche Maßnahmen (z.B. die Förderung von Kohleregionen wie die Lausitz) können mögliche Härten für die Beschäftigten in der Kohleindustrie abgefedert werden, so dass die meisten eine andere Stelle erhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 5: ''&amp;quot;Führt die Energiewende zu höheren Strompreisen, die Ärmere stärker belasten als Reiche?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Entwicklung am Strommarkt'''====&lt;br /&gt;
* Die Strompreise haben sich von 2000 bis 2018 von ca. 14 ct/kWh auf rund 28 ct/kWh verdoppelt&amp;lt;ref name=Strom-report&amp;gt; [https://strom-report.de/download/strompreisentwicklung-2018/ Strompreisentwicklung 2000 – 2018 - Strom-Report.de] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Grafik rechts). &lt;br /&gt;
[[Datei:Strompreisentwicklung-2018.png#file|mini|Strompreisentwicklung in Deutschland zwischen 2000 - 2018. Quelle: Strom-report.de&amp;lt;ref name=&amp;quot;Strom-report&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
* An den gestiegenen Strompreise ist mitunter die sog. &amp;quot;EEG-Umlage&amp;quot; schuld, die von 2000 bis 2020 von 0,19 ct/kWh&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2014/31/Meldung/infografik-wie-hat-sich-die-eeg-umlage-entwickelt2.html Wie hat sich die EEG-Umlage über die Jahre entwickelt? - Bundesministerium für Wirtschaft und Energie] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; auf 6,9 ct/kWh&amp;lt;ref name=BNA&amp;gt; [https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/FAQs/DE/Sachgebiete/Energie/Verbraucher/Energielexikon/EEGUmlage.html EEG-Umlage - Was ist die EEG-Umlage und wie funktioniert sie? - Bundesnetzagentur, 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; gestiegen ist. Die EEG-Umlage wurde ursprünglich eingeführt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BNA&amp;quot; /&amp;gt;. Daher wirkt es, dass die Energiewende für die höheren Strompreisen verantwortlich ist - und der Eindruck ist entstanden, dass ein weiterer Ausbau zu noch höheren Strompreisen führen würde. Tatsächlich ist der Eindruck nicht korrekt: durch Gesetze der schwarz-gelben Regierung (2009-2013) wurden stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit und zugleich mussten Verbraucher diese &amp;quot;Befreiung&amp;quot; kompensieren. Mit anderen Worten: Unternehmen, die sehr viel Strom verbrauchen mussten weniger bezahlen bzw. wurden subventioniert indem die EEG-Umlage angehoben wurde für Privathaushalt, die mehr bezahlen mussten&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/ISE_Kurzstudie_EEG_Umlage_2014_07_14.pdf Kurzstudie zur historischen Entwicklung der EEG-Umlage - Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) (2014)] abgerufen am 20. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; (mehr zu diesem Thema auch in dem Artikel [[Maßnahmen_der_Bundesregierung_gegen_die_Energiewende| '''Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Energiewende''']] ).&lt;br /&gt;
* Problematisch ist zudem, dass auf die EEG-Umlage noch Mehrwertsteuer zu zahlen ist – d.h. der Verbraucher subventioniert nicht nur die stromintensiven Industrien, er muss zusätzlich noch Steuern dafür zahlen, die aber nicht bei den Ökostrom-Anbietern landen, sondern eben beim Staat. &lt;br /&gt;
* Steigende Strompreise wirken sich mehr auf einkommensschwache Haushalte aus, v.a. wenn diese Warmwasser mit Strom bereiten müssen. &lt;br /&gt;
* Betrachtet man Privathaushalte so laufen in die Energiekosten auch Benzin- und Heizkosten mit ein. Insgesamt machen Stromkosten bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa 33% der gesamten Energiekosten aus.&lt;br /&gt;
* In der Industrie und im Dienstleistungsbereich machen die Stromkosten durchschnittlich rund  50% oder mehr der Energiekosten aus. &lt;br /&gt;
* Somit nützt ein Absinken der Stromkosten tatsächlich mehr der Wirtschaft als den Privathaushalten (zumal die stromintensiven Industrien die EEG-Umlage gar nicht bezahlen müssen, siehe oben). Daher kann bei der derzeitigen Regelung keine Rede davon sein, dass die EEG-Umlage die Wirtschaft bedrohe.  &lt;br /&gt;
* Die Förderung der Ökostrom-Anlagen hat dazu geführt, dass diese sehr günstig geworden &amp;amp; somit wettbewerbsfähig sind. Zudem sind diese nicht abhängig von den Weltmarkt-Preisen von fossilen Brennstoffen – und haben somit einen Vorteil gegenüber Anlagen, die solche Brennstoffe benötigen.&amp;lt;ref name=FESS.30&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.30-35] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Maßnahmen zur Entlastung von einkommensschwachen Haushalten'''====&lt;br /&gt;
* '''CO-Steuer''': Mit einer CO2-Steuer auf Gas, Öl, Benzin &amp;amp; Diesel können nicht nur mehr Anreize gesetzt werden, um energiesparsamer und energieeffizienter zu produzieren. Zugleich werden damit auch Einnahmen generiert, die an alle Bürger ausgeschüttet werden können, so dass etwaige Strompreiserhöhungen aufkommensneutral wären. Eine steigende Energieeffizienz könnte sogar dazu führen, dass die Bürger Geld sparen. Ein ähnliches System (CO2-Steuer und Ausschüttung an die Bevölkerung) hat die Schweiz seit 2008.&lt;br /&gt;
* '''Anpassung der Hartz-4-Sätze''': Als weitere Maßnahme wäre zudem eine Kompensation an einkommensschwache Haushalte denkbar, da seit 2008 z.B. Hartz-4-Haushalte keine höheren Zahlungen wegen der höheren Stromkosten erhalten haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;FESS.30&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
Auf Grund der aktuellen Gesetze werden stromintensive Industrien in Deutschland gefördert und Verbraucher müssen höhere Strompreise zahlen (um die Befreiung stromintensiver Unternehmen zu subventionieren). Wenn die Politik in Deutschland diese Subventionen hinterfragt und gleichzeitig ein ähnliches System wie in der Schweiz aufbaut, bei der die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben werden, dann werden durch die Energiewende einkommensschwache Haushalte nicht mehr belastet als reichere, sondern im Gegenteil: durch Anreize für mehr Energie-Effizienz könnten die Strompreise fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==='''Antwort auf Frage 6: ''&amp;quot;Gehen durch die Energiewende Arbeitsplätze verloren?&amp;quot;'''''===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Faktenlage &amp;amp; Ausblick'''====&lt;br /&gt;
* Was die Stromkosten anbelangt, werden erneuerbare Energien langfristig zu geringeren Stromkosten führen (dank sinkender Grenzkosten)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://netzpolitik.org/2014/jeremy-rifkin-ueber-die-null-grenzkosten-gesellschaft/ Jeremy Rifkin über die Null-Grenzkosten-Gesellschaft - Netzreporter.de vom 09.09.2014] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-37] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; - was sowohl für Industrie als Privathaushalte förderlich ist.  &lt;br /&gt;
* Zudem deutet vieles daraufhin, dass es bereits 2030 teurer ist, Kohlekraftwerke zu betreiben als Strom aus Solar- und Windenergie zu erzeugen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.solarify.eu/2020/03/23/090-carbon-tracker-kohlekraftwerke-oekonomisch-sinnlos/  Carbon Tracker: Kohlekraftwerke ökonomisch sinnlos - Solarify.de vom 23. März 2020] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Weiterhin ist es offenbar bereits aktuell (März 2020) nicht mehr rentabel ein neues Kohlekraftwerk zu bauen - da die Strompreise dank Wind- &amp;amp; Solarenergie fallen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern golbal betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/immobilien/energiesparen/regenerative_energie/erneuerbare-jetzt-schon-ueberall-guenstiger-studie-mit-brisantem-ergebnis-kohle-investoren-riskieren-600-milliarden-dollar_id_11763041.html Brisante Studie: Kohle-Investoren könnten mehr als 600 Milliarden Dollar verlieren - Focus.de vom 20.03.2020] abgerufen am 21. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
* Da zum einen stromintensive Industrien bisher vom Verbraucher subventioniert werden (EEG-Umlage, siehe auch Frage 5) und zugleich Studien darauf verweisen, dass ein hohes Einsparpotenzial beim Stromverbrauch der deutschen Industrien besteht&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dechema.de/24_2013_d.html Chemische Industrie könnte Energieverbrauch bis 2050 dank Katalyse um 13 Exajoule senken - Dechema.de vom 17.06.2013] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;, ist nicht von einem starken Effekt auf stromintensive Betriebe durch die Energiewende auszugehen.&lt;br /&gt;
* Weiterhin kann die Politik international (wie im Pariser Abkommen festgelegt) für sog. Handels- und Kompensationsmechanismen sorgen, so dass deutlich weniger internationaler Druck durch evtl. Strompreiserhöhungen die deutschen Betriebe treffen sollte.&lt;br /&gt;
* Was die Arbeitsplätze in Industrien konventioneller Stromerzeugung anbelangt (z.B. Braunkohle), wird es bei einer Energiewende tatsächlich zwangsläufig zu einem Verlust von Arbeitsplätze kommen (die sich jedoch in Grenzen halten, da ein Großteil der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie bereits über 45 Jahre alt ist und davon einige bei einem Kohleausstieg bis 2030 bzw. 2038 in Rente sind, siehe auch Frage 4 oben). Gleichzeitig werden aber zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, die zukunftssicher sein können, da für diese nicht nur Investitionen getätigt werden müssen, sondern auch technologischer Fortschritt vorangetrieben wird. Die Kohlekommission hat vorgeschlagen, dass vor allem die Regionen, in denen viele Personen in der Kohleindustrie arbeiten, gefördert werden sollen, um dort neue, innovative Arbeitsplätze (im Bereich der erneuerbaren Energien) entstehen zu lassen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fes.de/studie-klimaschutz-debatte  Die Debatte um den Klimaschutz - Friedrich-Ebert-Stiftung S.36-40] abgerufen am 21. April 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== '''Fazit'''====&lt;br /&gt;
* Durch politische Steuerung wird es netto keine Arbeitsverluste geben, da zum einen neue Arbeitsplätze entstehen und zum anderen langfristig die Strompreise sinken. Wie oben bei Frage 4 geschildert, sollten und können durch politische Maßnahmen wie Förderung bestimmter Regionen mit aktuell viele Arbeitsplätze in der Kohleindustrie, Umschulungen, Programme wie Altersteilzeit etc. die Belange der Beschäftigten in betroffenen Industrie berücksichtigen werden.&lt;br /&gt;
* Falls tatsächlich bereits mittelfristig Strom aus erneuerbaren Energien günstiger sein sollte als Kohlekraftwerke und sollte es stimmen, dass der Aufbau von Kohlekraftwerke im Vergleich zum Aufbau von Photovoltaik-Anlagen &amp;amp; Windrädern weniger rentabel ist, wäre es für Deutschland international gesehen von Nachteil, die Energiewende (weiter) zu verschleppen. Andere Länder, die die Energiewende vorantreiben, hätten dann nämlich wegen der geringeren Stromkosten einen Preisvorteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Themen ==&lt;br /&gt;
* Eine ähnliches Thema (Thesen der Klimawandelleugner und Antworten darauf) wird [https://wiki.fridaysforfuture.de/index.php?title=Gegenargumente_zu_den_Behauptungen_der_Klimaleugner hier] behandelt.&lt;br /&gt;
* Antworten auf gängige Thesen der Klimaskeptiker bei [https://www.klimafakten.de/fakten-statt-behauptungen/fakt-ist Klimafakten.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Diskussion:Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6540</id>
		<title>Diskussion:Antworten auf häufige Einwände zur Energiewende</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.fridaysforfuture.is/index.php?title=Diskussion:Antworten_auf_h%C3%A4ufige_Einw%C3%A4nde_zur_Energiewende&amp;diff=6540"/>
		<updated>2020-04-21T11:15:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Phantomias FFF: /* Nur Friedrich-Ebert-Stiftung? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Nur Friedrich-Ebert-Stiftung? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmal Danke für deinen Text, aber denkst du nicht auch das allein die Friedrich-Ebert-Stiftung als Quelle etwas zu wenig ist. Erstens ist in einem Wiki unüblich nur eine Quelle zu haben, desgleichen ist die Stiftung nicht neutral (SPD-nahe), deswegen würde ich an deiner Stelle weitere Quellen suchen. --[[Benutzer:RobertDieFFF|RobertDieFFF]] ([[Benutzer Diskussion:RobertDieFFF|Diskussion]]) 10:46, 20. Apr. 2020 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Deinen Einwand verstehe ich zu 100% und danke, dass du dir den Artikel angeschaut hast. Zu den einzelnen Punkten:&lt;br /&gt;
:* Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist SPD-nahe, ja, aber in der Studie wird nicht ein einziges Mal die SPD gelobt oder in ein positives Licht gerückt. Statt dessen wird z.B. direkt gefordert, dass Vorschläge der Kohlekommission (wo die SPD dabei ist) auch umgesetzt werden müssen.&lt;br /&gt;
:* Weiterhin ist die Stiftung Herausgeber, aber die Autoren sind Sozial-, Umwelt- und Politikwissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH.&lt;br /&gt;
:* Der Satz &amp;quot;Basis ist eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung&amp;quot; sollte bedeuten: die zunächst disktuierten Fragen sind aus der Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung entnommen und ein Teil der Informationen auch. Aktuell habe ich aber bereits auch andere Quellen untersucht und aufgeführt und sobald mehr Fragen hinzugefügt wurden, kann man den &amp;quot;Basis...&amp;quot;-Satz auch entfernen. Verzeihung, wenn der Satz irreführend war.&lt;br /&gt;
:* Zudem ist aktuell die Basis des Artikels diese Studie, weil mit irgendetwas mal begonnen werden muss. Es versteht sich auch für mich von selbst, dass es nicht bei dieser eine Quelle bleiben sollte. Zumal die Studie selbst keine isolierte Studie für sich ist, sondern auf andere Studien verweist (wie bereits im Artikel: Berechnungen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, vom ifo-Institut etc.). Es handelt sich also eher um eine &amp;quot;Meta-Studie&amp;quot;, die auf andere Studien verweist.&lt;br /&gt;
:* Nichtsdestotrotz ist mein Ziel innerhalb weniger Tage auch noch andere Artikel &amp;amp; Studien zu recherchieren. Da es scheinbar leider nicht die Möglichkeit gibt, Artikel zu speichern ohne sie online zu nehmen, ist dies nur ein Zwischenstand, kein endgültiger, fertiger Artikel. Daher gerne nochmal in 2 Wochen drüberlesen und wenn dann deiner Meinung nach zu wenig Quellen enthalten sind, kannst du ihn gerne auch löschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Wie gesagt, ich verstehe deinen Einwand und danke Dir für Dein kritisches Hinterfragen und werde das auch beim weiteren Verfassen des Artikels im Hinterkopf behalten. Den Artikel hatte ich gestern erst begonnen, daher bitte ich noch um etwas Geduld, danke. :) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Phantomias FFF]], 20. Apr. 2020&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Ich finde es jetzt schon sehr gut gelungen, ich kenne das Problem mit dem nicht Zwischenspeichern, mein eigener Artikel ist ja auch verschwunden. Ich finde dein Engagement für das Wiki sehr lobenswert. --[[Benutzer:RobertDieFFF|RobertDieFFF]] ([[Benutzer Diskussion:RobertDieFFF|Diskussion]]) 13:05, 21. Apr. 2020 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danke auch an Dich, dass Du über die Artikel schaust und offenbar Dinge verbessert wie Rechtschreibfehler etc.!&lt;br /&gt;
:--[[Benutzer:Phantomias FFF]], 13:15, 21. Apr. 2020&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Phantomias FFF</name></author>
		
	</entry>
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